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In Arbeit: Neues Depot für Design

Hausgeschichte. Vom Lagerraum zur Schauzone: Ein Bau in der Abelegasse im 16. Bezirk wird ab Mitte Juni jede Menge Platz für Interior Design bieten. Und für einen Weinkeller.

Bretter und Paletten, Sägen und Kübel: Wer vor Kurzem einen Abstecher in die Abelegasse 10 in Ottakring machte, bekam Baustelle pur zu sehen. Kommenden Montag schon soll es ganz anders ausschauen, da werden Umzugskartons das Bild prägen – die Mitarbeiter von Mayr & Glatzl Innenarchitektur beziehen dort ihre neuen Räumlichkeiten.

Warum in diesem Bau nicht ihr Interior-Design-Unternehmen ansiedeln? Diese Idee kam Heinzl Glatzl und Joachim Mayr am 18.Dezember vergangenen Jahres. Die beiden kannten das Gebäude über einen Kunden, einen Galeristen, der dort Kunstwerke lagerte, davor beherbergte es die Firma Tüchler Bühnen- und Textiltechnik. Exakt ein halbes Jahr später, am 18.Juni, wird es ein Eröffnungsfest geben, wenn das neue „Formdepot“ seine Türen öffnet.

In diesen sechs Monaten hat sich viel in der Abelegasse getan, auch abgesehen vom Baulichen. Was ursprünglich „nur“ als neuer Firmensitz für Mayr & Glatzl gedacht war, werde ein regelrechtes Kompetenzzentrum, wie es Joachim Mayr beschreibt. Man hat einige Partner, mit denen man oft und gern bei Projekten zusammenarbeitet, mit ins Boot geholt; außerdem werden diverse Interior-Marken ihre Produkte ausstellen. Denn während im ersten Stock und im zweiten (der noch ausgebaut wird) Büros für die Firmen eingerichtet werden, entwickeln sich Erd- und Kellergeschoß sukzessive zu einer 750 Quadratmeter großen Schauzone.

Zwischen rohen Ziegelwänden, Sichtbetonelementen und auf Industrieböden („Die haben wir bearbeitet und belassen, sieht toll aus“, sagt Heinz Glatzl) werden gemeinsam mit den Partnern Fliesen- und Lichträume eingerichtet, wird es eine Sesselgalerie zu sehen geben, einen Bäderbereich, eine Küche, gefertigt in der Mayr-&-Glatzl-Tischlerei in Lunz am See, und sogar eine Gartenzone.

„Das Konzept ist, dass sich die Besucher, Interessenten, Kunden auch gleich Anregungen – und wenn gewünscht – Beratung und Dienstleistungen aus den anderen Bereichen holen können“, sagt Glatzl. Wer etwa sein Wohnzimmer planen oder umgestalten lässt, kann sich im Formdepot etwa in Sachen Verarbeitung von Stein- und Holzböden, passende Kaminöfen, Möbel, Teppiche und sogar Garten- und Terrassengestaltung schlaumachen.

 

200 Mulden, versteckter Keller

Bei den Arbeiten (auch die ausführende Baufirma zieht mit ein) hat man so manche Überraschung erlebt – abgesehen davon, dass man erstaunliche 200 Mulden mit Schutt abtransportieren musste. „Zum Beispiel haben wir einen versteckten Keller gefunden“, sagt Glatzl. Kein Wunder, „das sind alte Strukturen, wir haben da unten sicher drei bis vier Ausbaustufen gefunden.“ Ein anderer Raum im Untergeschoß eignet sich perfekt zum Weinkeller samt Gewölbe. „Wir haben die Fundamente ausgegraben, wo nötig, mit Beton ausgegossen, die Ziegel sandgestrahlt, jetzt fehlen nur noch der Wein und die Prosciutto-Schneidemaschine“, lacht Mayr.

Auch wenn Mitte Juni ordentlich Eröffnung gefeiert werden wird: Mit den Bauarbeiten ist in der Abelegasse noch lang nicht Schluss. Ende des Monats wird der Ausbau des zweiten Stocks starten, der auf 200 Quadratmetern Platz für die Büros von Partnerfirmen bietet. Darüber entsteht, aufgestockt auf dem Dach, eine große Terrasse samt einem 100 Quadratmeter großen Musterloft – beides gestaltet und ausgestattet, natürlich, von den neuen Bewohnern des Formdepots. Ende 2015, Anfang 2016 sollen die beiden Stockwerke fertig sein. Und im Loft findet sicherlich auch das eine oder andere Fest statt...

ZUM BAU

750m2Schaufläche, 500m2 Büros, 100m2Musterloft: Die Abelegasse 10, 1160 Wien, wird gerade mit Hochdruck zu einem Interior-Design-Zentrum umgebaut. Neben Mayr & Glatzl Innenarchitektur werden etwa Firmen wie Kramer & Kramer (Garten), Breitwieser (Stein), Mandl & Bauer (Kaminöfen) präsent sein, weitere folgen. Außerdem werden Marken wie Agape, Gaggenau, Fuscarni, Diesel Home Collection dort zu finden sein.

www.formdepot.at, www.mayr-glatzl.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.05.2015)