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Heinisch-Hosek: "Zwei Stunden länger bei Kindern ist zumutbar"

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ)
Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ)APA/GEORG HOCHMUTH
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Bildungsministerin Heinisch-Hosek hält an der Idee einer Verlängerung der Unterrichtszeit der Lehrer fest. Im Herbst wird darüber offiziell verhandelt. In den Schulen steigt der Unmut.

Die Verlängerung der Unterrichtszeit der Lehrer um zwei auf 22 Stunden wird trotz des empörten Aufschreis von Lehrergewerkschaftern und Lehrerinnen konkreter. "Es ist zumutbar, zwei Stunden länger bei den Kindern zu sein", betonte Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) am Samstag im ORF-Radiojournal. Im Herbst werde es darüber gemeinsam mit den Gesprächen über ein neues Dienstrecht für den gesamten öffentlichen Dienst Gespräche geben. Endgültig festlegen wollte sie sich allerdings bezüglich der erhöhten Unterrichtsverpflichtung nicht.

In den Schulen selbst hat sich nach Bekanntwerden der ersten diesbezüglichen Pläne mit dem neuen Finanz- und Budgetpfad bis 2019 Ende April sofort massiver Widerstand über die Lehrergewerkschaft hinaus formiert. Auch Kampfmaßnahmen gegen eine längere Unterrichtspflichtung wurden bei Dienststellenversammlungen des Lehrpersonals gefordert.

Hintergrund ist, dass die Schulministerin wegen einer aktuellen Budgetlücke von 343-Millionen Euro, die in den kommenden Jahren auf 600 Millionen Euro aufgehen könnte, dringend nach Einsparungen und Geld sucht. Der Plan, die Lehrerinnen und Lehrer zu zwei Stunden mehr Unterricht in den Klassen zu verpflichten, ist jedoch bereits 2009 nach heftigem Widerstand der Beamtengewerkschaft von der Regierung aufgegeben worden, Ersatzmaßnahmen für Einsparungen wurden damals allerdings vereinbart. Die Bildungsministerin hofft jetzt auch auf die Unterstützung des Koalitionspartners ÖVP: "Wenn das Geld so nicht da ist, wird man gemeinsam eine Lösung finden müssen."

Situation am Arbeitsplatz muss verbessert werden

Heinisch-Hosek räumte am Samstag ein, Voraussetzung sei, dass die Situation am Arbeitsplatz für die Pädagogen verbessert werde und eine Entlastung von Verwaltungstätigkeiten für die Lehrer erfolgt. Zusagen für mehr Personal für die Administration und auch für Psychologen hat sie bereits vor der Nationalratswahl 2013 im Zusammenhang mit dem Beschluss des neuen Lehrerdienstrechts gemacht.

Wenige Tage vor dem Start der Zentralmatura am kommenden Dienstag machte die Unterrichtsministerin deutlich, dass - nach etlichen Pannen im Vorfeld - künftig die Abwicklung wieder von ihrem Ressort und nicht mehr, wie derzeit, vom Bildungsinstitut BIFIE durchgeführt werden könnte. "Ja, ich kann mir das durchaus vorstellen", sagte sie im Ö1-"Mittagsjournal". Möglich ist für sie auch eine Verkleinerung des BIFIE, wo in der Vergangenheit bereits die Instituts-Führung ausgetauscht worden ist. Was die Rückholung ins Schulministerium an Einsparungen bringe, wollte Heinisch-Hosek nicht im Detail beziffern. Die Bildungsministerin zeigte sich jedenfalls "zutiefst überzeugt", dass jetzt bei der Premiere der Zenntralmatura in Österreich alles gut gehen werde.

>> Bericht im Ö1-"Mittagsjournal"

(ett)