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Lufthansa-Vorstand Kay Kratky soll AUA-Chef werden

Lufthansa
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Insidern zufolge soll der Lufthansa-Vorstand nach dem Abgang von AUA-Chef Jaan Albrecht neuer Chef der Österreich-Tochter werden.

Die AUA dürfte einen neuen Chef gefunden haben: Lufthansa-Vorstand Kay Kratky, derzeit für das Passagiergeschäft der Konzernmutter verantwortlich, soll künftig die Geschicke der ehemaligen österreichischen Gesellschaft leiten. Das berichtete gestern der Luftfahrt-Experte Kurt Hofmann via Kurznachrichtendienst Twitter. Eine endgültige Entscheidung wird für den 12. Mai erwartet. Bei der AUA wollte man Montagabend keine offizielle Stellungnahme dazu abgeben.

Der bisherige AUA-Chef Jaan Albrecht verlässt das Unternehmen per Ende Mai. Sein seit November 2011 bestehender Vertrag wäre eigentlich noch bis Ende Oktober gelaufen. Doch Albrecht ist im Lufthansa-Konzern für andere Tätigkeiten vorgesehen. Er übernimmt per 1. Juni die Leitung der deutsch-türkischen Fluggesellschaft „Sun Express“, ein Joint Venture der Deutschen mit der Turkish Airlines. Der Carrier soll im Konzern künftig eine wichtige Rolle spielen.

Über Kratky selbst ist nicht allzu viel bekannt. Der gelernte Pilot war zuletzt nach dem Absturz der Germanwings-Maschine in Frankreich medial in Erscheinung getreten. Im Zuge von Piloten-Streiks meldete sich der 57-Jährige ebenfalls immer wieder zu Wort.
Kratky hat seine Laufbahn 1979 bei der Lufthansa begonnen. 2001 übernahm er die Leitung des Bereichs Operations Control bei der Lufthansa Cargo. 2008 wurde er zum Geschäftsführer der Jade Cargo International ernannt. Drei Jahre später folgte die Berufung in den Passage-Vorstand der Lufthansa. Dort ist er für das Ressort Frankfurt & Flight Operations zuständig.

AUA zuletzt mit Passagierminus

Der neue Chef wird bei der AUA einiges zu tun haben. Zwar konnte die Fluglinie im Vorjahr „trotz Belastungen schwarze Zahlen schreiben“, wie es Albrecht noch im März formulierte. Doch nach dem Gesundschrumpfen ist nun wieder Expansion (neue Strecken, neuen Maschinen) angesagt.

Unterm Strich erzielte die AUA im Vorjahr einen operativen Gewinn von zehn Mio. Euro, nach 25 Mio. Euro zuvor. Grund für den Rückgang waren unter anderem Sonderabfertigungen, die im Zuge des neuen Kollektivvertrages, fällig wurden. Albrecht verordnete der AUA im Auftrag der Konzernmutter einen Sanierungskurs und schreckte auch vor Tabus nicht zurück. So kündigte er den Bordkollektivvertrag und vollzog den Betriebsübergang des Flugbtriebs zur billigeren Tochter Tyrolean. Daraufhin hagelte es Klagen der Arbeitnehmer, die zum Teil Recht bekamen. Dennoch hielt Albrecht an einer Verhandlungslösung fest. Die kam quasi in letzter Minute zustande: ein neuer Bord-Kollektivvertrag für das gesamte fliegende Personal. Der Betriebsübergang wurde rückgängig gemacht, mit 1. April wurde die Tyrolean mit der AUA fusioniert.

Im heurigen März flogen 788.000 Passagiere mit der AUA, ein Minus von 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Vor allem im Europaverkehr lief das Geschäft eher mau. Grund dafür waren unter anderem fehlende Gäste aus Russland und der Ukraine. In den Monaten Jänner bis März lag die Auslastung der Airline nur bei 73,1 Prozent – und damit unter dem Niveau aus 2014. Konzernweit wurde indes ein Anstieg verbucht. (ag./nst)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.05.2015)