Das Aus für die ehemalige Meinl-Firma Power International ist besiegelt. Die Aktionäre stimmten für die Ausschüttung von 252 Millionen Euro und den Verkauf von Beteiligungen.
Das Aus für die ehemalige Meinl-Firma Power International ist besiegelt: Bei der außerordentlichen Hauptversammlung am Dienstag in Wien stimmten die Aktionäre für das Zerschlagungskonzept des neuen Meinl-unabhängigen Vorstands. Damit werden an die Aktionäre (genau: Zertifikateinhaber) 252 Mio. Euro aus dem Cash-Bestand von insgesamt 394 Mio. Euro ausgeschüttet und der Verkauf der Beteiligungen an Energieunternehmen in die Wege geleitet. Der Erlös soll ebenfalls an die Inhaber der Zertifikate ausgeschüttet und das Unternehmen in der Folge liquidiert werden. Rund 53 Prozent der insgesamt 60 Millionen Aktien waren bei der ao. HV im Saal des Niederösterreichischen Landhauses in Wien vertreten.
Klare Mehrheit für Liquidierung
Die Zustimmung für die Zerschlagung der Ex-Meinl-Firma Power International fiel heute bei der außerordentlichen Hauptversammlung deutlich aus. Über 99 Prozent des anwesenden Kapitals votierten für die Ausschüttung der liquiden Mittel an die Zertifikateinhaber und den Verkauf der Beteiligungen.
Erster Schritt: 4,20 Euro pro Zertifikat
Die Zertifikateinhaber sollen nun in einem ersten Schritt im Mai 4,20 Euro pro Zertifikat als Ausschüttung aus dem Cash-Vermögen der Gesellschaft erhalten. Derzeit liegt der Kurs der Meinl International Power bei 5,70 Euro. Der Ausgabepreis des Papiers bei der Emission im Sommer 2007 betrug 10 Euro. Ausgeschüttet werden an die Aktionäre nun in einem ersten Schritt 252 Mio. Euro aus dem Cash-Bestand von insgesamt 394 Mio. Euro. Beschlossen wurde heute die Umwandlung auf nennwertlose Stückaktien, dadurch wurde die Möglichkeit einer Kapitalherabsetzung geschaffen. Weiters werden die Beteiligungen der Power an Energieunternehmen veräußert und der Erlös und der verbleibende Cash-Bestand ebenfalls an die Aktionäre ausgeschüttet.
"Rebellen" sehr zufrieden
In weiteren Beschlüssen wurden heute die bisher agierenden Direktoren abgewählt und neue gewählt. Der bisherige Vorsitzende des Board, Wolfgang Vilsmeier, wurde wieder zum Vorsitzenden bestellt. Mit dem neuen Board werde auch eine neue Periode eingeleitet, verkündete Vilsmeier.
Aktionärsvertreter Alexander Proschofsky zeigte sich mit dem Ergebnis der heutigen Hauptversammlung sehr zufrieden. Besonders über die große Mehrheit von 99 Prozent des anwesenden Kapitals für die Vorschläge des Boards sei er "happy", sagte Proschofsky gegenüber der APA. Im wesentlichen habe lediglich ein Vertreter der Meinl Bank gegen die Beschlüsse gestimmt. Die Vorwürfe von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, die neue Führung würde im Interesse eines Hedgefonds und nicht im Interesse der Kleinanleger agieren, wies Proschofsky zurück. Jeder Anleger werde bei der Ausschüttung gleich behandelt und bekomme für seinen Anteil den entsprechenden Wert.
Die Meinl Bank und Grasser haben alle Vorwürfe zurückgewiesen. Sie werfen ihrerseits der neuen Führung vor, im Interesse von Hedgefonds und nicht der Kleinanleger zu handeln. Die beiden Seiten sind in zahlreiche Rechtsstreitigkeiten verstrickt.
(APA)