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Lufthansa trotz Schreckensquartal mit weniger Verlusten

Die günstigeren treibstoffkosten konnten die Kosten der streikbedingten Flugausfälle ausgleichen.Germanwings-Absturz und wieder Pilotenstreiks - dennoch hat der Konzern im ersten Quartal mehr verdient als vor einem Jahr, nicht nur dank eines Finanzgeschäfts

Die Lufthansa hat ihr Schreckensquartal zum Jahresbeginn mit deutlich verbesserten Ergebnissen überstanden. Trotz des Absturzes der Germanwings-Maschine am 24. März und sechs Tagen Pilotenstreik verringerte sich der saisontypische Verlust im laufenden Geschäft im Jahresvergleich um fast ein Drittel.

Vor allem billiges Kerosin half Europas größter Fluggesellschaft, die streikbedingten Flugausfälle zu verkraften. Die Treibstoffkosten gingen hingegen um 14 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zurück. Die Pilotenstreiks bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und der Tochter Germanwings belasteten das Ergebnis mit 42 Mio. Euro. Im aktuellen Quartal seien die Vorausbuchungen wegen der Streikgefahr zurückgegangen und belasteten das Ergebnis um weitere 58 Millionen Euro. Unter dem Strich stand wegen eines Finanzgeschäfts sogar ein Gewinn von 425 Millionen Euro. Allerdings machen die Niedrigzinsen dem Dax-Konzern bei den Betriebsrenten zu schaffen.

Umtauschanleihe half Finanzergebnis

Um Sonderfaktoren bereinigt, schrumpfte der saisontypische Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 30 Prozent auf 167 Mio. Euro, wie die Lufthansa am Dienstag in Frankfurt mitteilte. "Alle operativen Geschäftsfelder konnten ihre Ergebnisse im ersten Quartal steigern", sagte Konzernfinanzchefin Simone Menne. Insbesondere Swiss, Lufthansa Cargo und Lufthansa Passage entwickelten sich positiv. Mit 53 Mio. Euro lag der Verlust der österreichischen Tochter AUA (Austrian Airlines) indes nur um eine Million unter dem Verlust vom Auftaktquartal 2014.

Der Umsatz legte in den ersten drei Monaten getrieben vom starken Dollar um acht Prozent auf 6,97 Milliarden Euro zu. Dass der Konzern unter dem Strich schwarze Zahlen schrieb, lag an einer Umtauschanleihe, deren Gläubiger die Lufthansa vorzeitig mit Aktien der US-Fluglinie JetBlue auszahlte. Dieses Finanzgeschäft trieb das Finanzergebnis des Konzerns im ersten Quartal den Angaben zufolge um 503 Mio. Euro nach oben.

Absturz keine finanzielle Belastung

Das Konzernergebnis stieg mit diesem Sonderertag in den positiven Bereich auf 425 Millionen Euro, nach einem Verlust von 252 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Dazu trug auch das Kerngeschäft der Fliegerei bei, das sein operatives Ergebnis verbesserte.

Der Absturz der Maschine von Germanwings belastet die Lufthansa finanziell nicht, da die meisten Schäden versichert sind. Der Unfall habe so gut wie keinen Einfluss auf die Buchung bei der Lufthansa gehabt, und bei Germanwings selbst sei es zu einer vorübergehenden Buchungsdelle gekommen, erklärte die Lufthansa. Am 24. März war ein Airbus von Germanwings mit 150 Menschen an Bord über den französischen Alpen abgestürzt. Nach Aussagen der Ermittler brachte der Copilot die Maschine absichtlich zum Absturz. Er soll in den vergangenen Jahren unter Depressionen gelitten haben und zuletzt krank geschrieben gewesen sein.

(APA/dpa/Reuters)