Alpine-Pleite: Arbeiterkammer verklagt Banken

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Die AK zieht für 900 Kunden vor Gericht, insgesamt werden rund 19 Millionen Euro gefordert. Weitere Klagen sollen folgen.

Von der Pleite des Baukonzerns Alpine sind auch rund 7000 Anleger betroffen, die von 2010 bis 2012 drei Anleihen der Alpine Holding in Höhe von insgesamt 290 Millionen Euro gezeichnet haben. Für 900 davon zieht nun die Arbeiterkammer (AK) gegen Banken vor Gericht. Gegen Bawag, UniCredit (Bank Austria), Erste Bank sowie einige Sparkassen und Raiffeisenbanken werden Sammelklagen eingebracht, gefordert werden rund 19 Millionen Euro. Die erste Klage gegen die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ) über 70.000 Euro wurde bereits im April auf den Weg gebracht, weitere Klagen für 120 Anleger sollen folgen. Der Vorwurf an die Banken lautet, sie hätten ihre Kunden nicht ausreichend über die Risken dieser Anleihen aufgeklärt.

Wussten Banken Bescheid?

Die Konsumentenschützer haben auch die Emissionsbanken im Visier (Bawag, Erste Bank, UniCredit, Raiffeisenbank International/RBI). Ihnen werfen sie vor, sie hätten schon damals über die Schieflage des Konzerns Bescheid gewusst. Die Banken haben das bisher stets bestritten. Gegen die Emissionsbanken hat die AK drei weitere Sammelklagen für 650 Anleger in Vorbereitung, die sich auf die Haftung für die Kapitalmarktprospekte stützen. Die Forderungen belaufen sich hier auf 13,4 Millionen Euro.

Für 120 Kunden, die insgesamt 3,5 Millionen Euro mit den Alpine-Papieren verloren haben, wurden bereits Vergleichszahlungen in Höhe von 1,6 Millionen Euro ausverhandelt. Die von den Banken abgewiesenen Anleger hoffen nun auf das Gericht. Betroffene können sich der Aktion noch bis Ende Mai anschließen. Kostenrisiko besteht keines, weil ein Prozessfinanzierer eingeschaltet wurde. Dieser bekommt 35 Prozent des erstrittenen Betrages, wenn die Klagen Erfolg haben. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.05.2015)

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