ATX zieht zum Schluss ins Plus

Die Wiener Börse hat am heutigen Donnerstag bei hohem Volumen mit sehr fester Tendenz geschlossen. Im Gegensatz zum europäischen Umfeld.

Wien. Der heimische Leitindex ATX stieg gegenüber dem Mittwoch-Schluss (2.571,26) um 44,07 Punkte oder 1,71 Prozent auf 2.615,33 Zähler. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York +0,39 Prozent, DAX/Frankfurt +0,69 Prozent, FTSE/London -0,42 Prozent und CAC-40/Paris -0,06 Prozent.
Gegenüber Ultimo 2014 liegt der ATX per heute 455,25 Punkte oder 21,08 Prozent im Plus. Der ATX Prime schloss mit einem Plus von 1,52 Prozent oder 19,62 Punkten bei 1.312,28 Einheiten.

Dabei waren die Wiener Börse ebenso wie das übrige Handelsumfeld in Europa bald nach Handelsbeginn klar ins Minus gerutscht. Nachdem der Eurokurs ab Mittag jedoch deutlich nachgab, erholten sich die europäischen Aktienmärkte nahezu parallel und die Wiener Börse drehte recht deutlich ins Plus.

Unterdessen dürfte die Unterhauswahl in Großbritannien eine der knappsten in der Geschichte des Landes werden. Einiges scheint dabei vom Ausgang abzuhängen, hat doch der konservative Premier David Cameron im Falle eines Wahlsieges ein Referendum über den EU-Verbleib angekündigt. Die Wahllokale im Vereinigten Königreich sind bis 23:00 Uhr (MESZ) geöffnet.

An der Wiener Börse ist die Berichtssaison in vollem Gange: Die Aktie der Erste Group gewann 5,14 Prozent. Die Bank hat im Auftaktquartal 225,8 Mio. Euro Nettogewinn geschrieben, im ersten Quartal 2014 waren es 103,3 Millionen. Die Ungarntochter hat die Verluste im ersten Quartal reduziert. Bei dieser Tochterbank soll heuer der ungarische Staat - ebenso wie die Osteuropabank EBRD - einsteigen. Konzernchef Andreas Treichl rechnet mit einem Verhandlungsabschluss im Laufe des Sommers.

Die Analysten der Citigroup erwarten nach der heutigen Zahlenvorlage der Erste Group einen Gesamtjahres-Nettogewinn der Bank von 842 Mio. Euro. Sie haben ihr Kursziel von 24,7 Euro und ihre Empfehlung "Neutral" unverändert belassen. Die Quartalszahlen haben auch ihre Erwartungen übertroffen. Besser als erwartet lief es den Analysten zufolge vor allem in Rumänien und Ungarn.

Wienerberger notierten nach Zahlen um 2,24 Prozent höher bei 14,83 Euro. Der Baustoffkonzern hat seine Verluste im ersten Quartal 2015 massiv abgebaut und den von Analysten prognostizierten Fehlbetrag unterboten. In Reaktion auf die Zahlen haben die Analysten der Baader Bank ihr Kursziel bei 8,7 Euro bestätigt. Das Votum lautet ebenso unverändert "Sell".

Ebenso positiv wurden die am Vortag nachbörslich veröffentlichten Zahlen von AT&S aufgenommen, die Aktie stieg um 2,04 Prozent. Der Leiterplattenhersteller hat im Geschäftsjahr 2014/15 vom Smartphone-Boom profitiert. Der Umsatz stieg um 13,1 Prozent auf 667,0 Mio. Euro, der operative Gewinn (EBIT) kletterte um 67 Prozent auf 90,1 Mio. Euro.

Befestigt zeigte sich auch die Aktie der Österreichischen Post mit plus 2,82 Prozent. Der Konzern verzeichnete in den ersten drei Monaten des heurigen Jahres ein stabiles Ergebnis, der Umsatz wurde gehalten und der Ausblick für das Gesamtjahr bestätigt.

Das Tageshoch erreichte der ATX kurz vor Sitzungsende mit 2.618,47 Zählern. Das Tagestief lag knapp vor 11.30 Uhr bei 2.536,33 Zählern. Im prime market zeigten sich am Ende der Sitzung 17 Titel mit höheren Kursen, 20 mit tieferen und einer unverändert. In drei Aktien kam es zu keiner Kursbildung.

Gehandelt wurden im prime market 11.726.777 (Vortag: 8.077.156) Stück Aktien (Einfachzählung). Umsatzstärkste Aktie war Erste Group mit 1.291.306 Stück Aktien. Wertmäßig kam heute ein Umsatz im prime market (Doppelzählung) von 314,330 (203,569) Mio. Euro zu Stande, wovon 66,28 Mio. Euro allein auf Erste Group entfielen.

(apa)

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