Eine Steuergutschrift und der Verkauf des brasilianischen Nutzfahrzeug-Geschäfts bewahren Volkswagen vor einem Verlust im ersten Quartal 2009. So blieben netto 243 Millionen Euro übrig - im Vorjahr waren es noch 929 Millionen.
Mit dem Verkauf einer Tochterfirma und einer hohen Steuergutschrift hat sich der Volkswagenkonzern im ersten Quartal gerade noch in die Gewinnzone gerettet. Bis Ende März brach der Nettogewinn des größten Autobauers Europas um fast 74 Prozent auf 243 Mio. Euro ein. Der Umsatz fiel um über 11 Prozent auf rund 24 Mrd. Euro.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
in Mio. €Veränderung Volkswagen1.Qu 091. Qu08+/- in Mio. €+/- in %Umsatz23.99927.013-3.014-11,16Ergebnis operativ3121.311-999-76,20Ergebnis vor Steuer521.366-1.314-96,19Nettoergebnis243929-686-73,84800 Millionen Sondereffekte
Der Verkauf des brasilianischen Nutzfahrzeuggeschäfts an MAN trug rund 600 Mio. Euro zum Gewinn bei. Dazu kommt eine Steuergutschrift von fast 200 Mio. Euro. Ohne diese Sondereffekte hätte Volkswagen tiefrote Zahlen geschrieben. Der Umsatz wurde gestützt durch die Übernahme des schwedischen Lkw-Konzerns Scania. Ohne Scania lag der Umsatz 17 Prozent niedriger. Allerdings sei der Auto-Weltmarkt sogar 20,7 Prozent eingebrochen, teilte VW mit.
Produktion reduziert, nun wird investiert
VW machte die weltweite Wirtschaftskrise für die schwache Geschäftsentwicklung im ersten Quartal verantwortlich. Die Auslieferungen an Kunden sanken um 10,7 Prozent auf 1,4 Mio. Stück. In wichtigen Regionen habe VW aber Marktanteile gewonnen. VW senkte die Produktion um ein Viertel und baute Lagerbestände ab. Dadurch wurde Geld in die Kassen gespült, so dass die flüssigen Mittel zum 31. März mit 10,7 Mrd. Euro fast 3 Mrd. Euro über dem Jahresende lagen.
Für mehr als 600 Mio. Euro werden zwei neue Produktionslinien für neue Modelle aufgebaut. Der kleine Geländewagen Audi Q3 soll demnach in Spanien gebaut werden, der unter dem Namen Up geplante Miniwagen in der Slowakei. Insbesondere der Kleinwagen mach dem Konzern große Hoffnung: In dem kleinen Autosegment unter 10.000 Euro und unterhalb der Polo-Klasse ist VW kaum vertreten, obwohl dieser Markt kräftig wächst. Up und Q3 sollen 2011 auf den Markt kommen.
Trister Ausblick auf 2009
Für das Gesamtjahr erwartet Volkswagen sinkende Umsätze. Steigende Refinanzierungskosten würden sich zusätzlich belastend auf das Ergebnis auswirken. "Aufgrund des äußerst schwachen Geschäfts in den ersten drei Monaten des Jahres 2009 gehen wir unverändert davon aus, dass das Ergebnisniveau der Vorjahre nicht erreicht werden kann", erklärte der Vorstand.
Der Konzern mit den Marken VW, Audi, Seat Skoda und mehr will schon 2009 "eine Vielzahl neuer und verbrauchsarmer Modelle präsentieren", die in auch bisher nicht nicht bediente Marktsegmente vorstoßen. "Deshalb rechnen wir damit, dass sich der Volkswagen Konzern dem Abwärtstrend zwar nicht entziehen kann, aber im Vergleich zum Gesamtmarkt besser abschneiden wird und in der Krise weitere Marktanteile hinzugewinnt", hieß es.
(Ag./ebl)