Geht's dem Euro gut, geht's den Aktien schlecht

Die Sorge um Griechenland, ein stärker werdener Euro und steigende Renditen an den Anleihenmärkten belasteten die Aktienmärkte - auch in Wien.

Die Wiener Börse hat am Dienstag tiefer geschlossen. Der ATX fiel um 20,77 Punkte oder 0,78 Prozent auf 2.633,03 Einheiten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -0,10 Prozent, DAX/Frankfurt -1,76 Prozent, FTSE/London -1,36 Prozent und CAC-40/Paris -1,07 Prozent.

Belastet wurden die Börsen am Dienstag von den deutlichen Verlusten an den Anleihenmärkten und damit steigenden Renditen von Staatsanleihen. Aktien verlieren angesichts der steigenden Anleihenverzinsungen an Attraktivität, hieß es zur Erklärung am Markt.

Auch der mit den höheren Anleihenzinsen deutlich gestiegene Euro lastete auf den Kursen exportorientierter Unternehmen. Für Nervosität sorgte zudem weiter die Unsicherheit um die weitere Entwicklung der Griechenland-Krise.

Banken und Öl unter Druck

Eine deutliche Mehrheit der Aktien im prime market schloss am Dienstag im Minus. Größere Abgaben gab es am Dienstag in Raiffeisen (minus 1,73 Prozent auf 15,09 Euro) und OMV (minus 1,31 Prozent auf 30,06 Euro). Immofinanz gaben bei höherem Volumen 1,15 Prozent auf 2,59 Euro nach.

Valneva schlossen nach Meldung von Geschäftszahlen gut behautet mit einem Plus von 0,20 Prozent bei 4,09 Euro. Die Biotechfirma konnte im ersten Geschäftsquartal 2015 dank des Zukaufs der schwedischen Crucell Umsatz und Ergebnisse verbessern. Die Erlöse stiegen von 7,1 auf 19,5 Mio. Euro , der Nettoverlust konnte von 7,1 auf 5,0 Mio. Euro reduziert werden. Die Zahlen fielen durchwegs besser aus, als von Analysten erwartet.

Mit Spannung verfolgt werden jetzt weiter alle Entwicklungen rund um Griechenland. Um dem Internationalen Währungsfonds (IWF) eine fällige Rate von 756 Millionen Euro zahlen zu können, griff die griechische Regierung zuletzt auf ihr Notfall-Konto beim IWF zurück. Die Tilgungs-Rate sei weitgehend von diesem Konto gezahlt worden, hieß es aus Kreisen des Finanzministeriums am Dienstag in Athen. Beim Finanzministertreffen in Brüssel zu Wochenbeginn drückten die Europartner aufs Tempo. Die Eurogruppe wolle innerhalb der kommenden drei Wochen einen Kompromiss mit Griechenland über das verlangte Reformpaket erreichen.

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