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Wien: Ärztekammer stellt neue Forderungen

(c) Clemens Fabry
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Nachtdienste an Feiertagen sollen besser bezahlt werden. Eine weitere Forderung: Neue Dienstzeitmodelle sollen „nur mit Zustimmung der Betroffenen“ eingeführt werden.

Wien. Ungeachtet der Ankündigung von Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ), die Umsetzung des neuen Arbeitszeitgesetzes für Spitalsärzte im Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) ohne Beteiligung der Ärztekammer fortzusetzen, präsentierte Kammerpräsident Thomas Szekeres am Donnerstag neue Forderungen der Kurie.

So steht auf der von einer neunköpfigen Arbeitsgruppe erarbeiteten Liste etwa die bessere Entschädigung von Nachtdiensten, vor allem jener an den Wochenenden und an Feiertagen, sowie die Aufstockung der Gehälter für ärztliche Direktoren und Primarärzte – deren Gehaltsreform sollte erst im Zuge der Besoldungsreform 2017 durchgeführt werden, was der Kammer nun aber zu spät ist. „Wir wollen jetzt eine adäquate Anpassung an das Gehaltsschema“, sagt Szekeres und betont wiederholt, dass man sich auch gegen Personalreduktionen ausspreche. „Wir erwarten uns hier ein klares Statement der Stadträtin.“ Denn schon jetzt gebe es „löchrige Dienstpläne“ und verlängerte Wartezeiten auf Operationen.

Eine weitere Forderung: Neue Dienstzeitmodelle sollen „nur mit Zustimmung der Betroffenen“ eingeführt werden. „Es gibt die Angst, dass man Dienstzeiten umgehängt bekommt, die sich nicht mit dem restlichen Leben vereinbaren lassen.“ Zudem spricht sich die Arbeitsgruppe „für eine Aufstockung der Fachärzte“ in Notaufnahmen aus. Szekeres: „Besonders in der Nacht sind zu wenige Fachärzte im Dienst, weswegen Notfallpatienten oft von Turnusärzten behandelt werden müssen.“

 

Einigung abgelehnt

Anfang Mai hatte die Kurie der angestellten Ärzte in der Kammer die erzielten Verhandlungsergebnisse zwischen der Stadt Wien und den Ärztevertretern abgelehnt und eine neunköpfige Arbeitsgruppe installiert, die die weitere Vorgehensweise erarbeiten sollte. Die nun präsentierten Forderungen sind laut Szekeres „nicht überzogen“ und „mit ein bisschen gutem Willen umsetzbar“. Sollte die Stadt auf die Forderungen bis Ende Mai nicht reagieren, könne ein „ähnlicher Verlauf wie im AKH“ drohen. Dort wird bis 27. Mai über einen Streik abgestimmt. (kb)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.05.2015)