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Best of Adabei: Versicherung, Normen, Gesang

EUROVISION SONG CONTEST 2015: PROBE ISLAND/MARIA OLAFS
EUROVISION SONG CONTEST 2015: PROBE ISLAND/MARIA OLAFSAPA/ROBERT JAEGER
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Trittbrettfahrer beim Song Contest gibt es viele. Nicht immer sind die Anliegen, mit denen Firmen auf sich aufmerksam machen wollen, geglückt.

Die Wurst war zu erwarten. Fleischer Josef Aichinger aus Bad Mitterndorf, der Heimatgemeinde von Conchita Wurst, hat bereits drei Jahre vor dem Sieg der Künstlerin beim Song Contest eine Conchita-Wurst in seiner Fleischerei produziert. Die brachte ihm freilich kurz nach dem Sieg viel Werbung ein. Der Fleischer ist nicht der Einzige, der durch einen klugen Schachzug am Ruhm der Sängerin mitnaschen konnte. Ein „Best of Adabei“:


• Allianz wollte Song-Contest-Besucher versichern

Huch, das hätte sich die Versicherung besser überlegen müssen. In einer Aussendung warnte die Allianz Global Assistance vor den Risken, die Großevents wie der ESC bergen. Diese würden von Taschendiebstählen, Unfällen und Verletzungen im Gedränge bis zum kostspieligen Verfall der Tickets reichen – Abhilfe würde freilich ein entsprechendes Versicherungspaket der Firma schaffen. Das dürfte den Song-Contest-Organisatoren wenig gefallen haben. Einen halben Tag nach der Aussendung kam bereits die Mitteilung, dass die Allianz ihre Aussendung zurückziehe: Man hätte den Song Contest „ohne Datenhintergrund und ohne jedwede Fakten in ein negatives Licht“ gerückt.

 

• Die Normen rund um den ESC

Dass sogar Normen ihren Anteil am Song Contest haben wollen, war wirklich nicht zu erwarten. Tun sie aber. Nachzulesen in der Aussendung von „Austrian Standards“ Anfang Mai. Dass der Song Contest „reibungslos, sicher und pannenfrei“ ablaufe, habe nicht nur mit Profis und Freiwilligen zu tun, sondern – Überraschung– mit einer Vielzahl an nationalen und europäischen Normen, die das Event in Hinblick auf Tonqualität, Sicherheit und auch Hygiene und Komfort (!) auf der Toilette regeln. Eine Norm im regelwütigen Österreich für das Ausschicken von sinnvollen Presseaussendungen fehlt noch, sollte im Zuge des Song Contest aber überlegt werden.



• Ein Summen im Ohr

„Nur“ offizieller Partner des Song Contest zu sein, war den Austria Trend Hotels wohl nicht genug. Mit einem Wettsummen in der Stadt wollten die Hotels auf den „Song Contest einstimmen“. Dafür wurden Touristen, Wiener und freilich auch Gäste und Mitarbeiter der Austria Trend Hotels gebeten, in eine Kamera die Europahymne zu summen. Der Film – Fremdschämen inklusive – ist auf YouTube nachzusehen. Ob die Mitarbeiter der Austria Trend Hotels die Wahl hatten, an der Aktion teilzunehmen, ist nicht überliefert. Der Rezeptionist am Ende des Films sah jedenfalls unglücklich aus.

Drei köpfe für den song Contest

Pius Strobl
Bis 2010 war der ehemalige Grünen-Bundesgeschäftsführer Sprecher des ORF, musste seinen Posten aber nach einer Abhör-Affäre räumen. Dazwischen war er Berater, auch für den ORF. Sein enger Vertrauter, ORF-Chef-Alexander Wrabetz, holte ihn für den ESC als externen Event Manager wieder an Bord.

Der 58-Jährige koordiniert alles, was nicht direkt mit den ORF-Shows zu tun hat: Side-Events, Public Viewing, das Pressezentrum, Logistik, Verkehrskonzept, Shuttles, Volunteers. Er ist mit Moderatorin Eva Pölzl verheiratet, die beiden haben einen gemeinsamen Sohn.

Elvira Franta
ist mit Presseinformationsdienst-Chef Oliver Stribl für die Song-Contest-Kommunikation im Rathaus zuständig. Franta ist die Schnittstelle zwischen ORF, Rathaus, Polizei und entscheidet, was wann veröffentlicht wird.

Die 44-Jährige ist ein Kommunikationsprofi, gilt als karrierebewusst und ist seit 24 Jahren (mit Unterbrechung) Teil des PID. Sie war Sprecherin von Stadträtin Sandra Frauenberger, wechselte danach zu Josef Ostermayer (beide SPÖ) ins Staatsekretariat. Seit 2012 ist sie wieder im PID. Franta ist mit „Heute“-Geschäftsführer Wolfgang Janksy liiert.

Magdalena Hankus
ist seit August 2014 Projektleiterin des Song-Contest-Kernteams in der Stadthalle. Sie ist Haupt-Ansprechperson für den ORF und muss diverse Meetings mit dem ORF, der Stadt Wien, Subfirmen und zuständigen Magistraten einberufen und abstimmen. Bei Fragen, Problemen und Unstimmigkeiten ist ihr Auftreten gefragt – sie muss eine rasche (und für alle Seiten akzeptable) Lösung finden.

Die gebürtige Polin spricht fließend Deutsch, Englisch, Polnisch, Russisch und Französisch. Sie arbeitet seit 2013 für die Stadthalle und war davor unter anderem bei IBM Österreich tätig. APA, PID, Stadthalle

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.05.2015)