Gestrandet am Terminal

Der Skylink-Terminal des Wiener Flughafens hat durchaus das Zeug dazu, als „AKH II“ in die Skandalgeschichte einzugehen.

Hundert Prozent Baukostenüberschreitung, Baustopp, eine fertige „Hülle“, die großteils als „stranded investment“ enden könnte, krasse Fehlplanungen, kreative Rechnungen, ungeklärte Geldflüsse: Der „Skylink“-Terminal auf dem Wiener Flughafen hat durchaus das Zeug dazu, als „AKH II“ in die lange Liste heimischer Bauskandale einzugehen. Mit ein paar hundert Millionen Euro als Schadenssumme.

Da war wohl wieder einmal ein nach politischen Proporzkriterien zusammengesetzter Vorstand, ganz vorsichtig gesagt, ein bisschen überfordert (einer aus dem Gremium ist ohnehin schon „gestanzt“ worden). Ein Aufsichtsrat (diesfalls präsidiert von Johannes Coreth, Karl Samstag und Alfred Reiter) hat sich wieder einmal als Schläfergremium geoutet. Und staatliche Eigentümer (die börsenotierte AG wird von den Bundesländern Niederösterreich, Wien und vom Bund dominiert) haben wieder einmal überschießende unternehmerische Kompetenz unter Beweis gestellt.

Business as usual also. Zahlen, bitte! Denn die Rechnung werden wohl die Aktionäre ebenso wie die nicht aktienbesitzenden Steuerzahler blechen.

Wir würden nur, damit wir für unser Geld wenigstens etwas haben, um ordentliches Aufräumen bitten. Denn die Gefahr, dass dieses „stranded investment“ als kleiner Betriebsunfall durchgeht und viel unter der Decke gehalten werden kann, besteht leider weiterhin. Und das wäre nicht gerade im Sinne unternehmerischer Hygiene.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.04.2009)

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