AUTOHERSTELLER: VW gegen Porsche: Schlägt der Riese zurück?

Beobachter sehen „große Finanzprobleme“ beim Sportwagenbauer.

wien (mar/ag). Offiziell machen Porsche und Volkswagen gute Fortschritte beim Schmieden ihrer Allianz. „Wir werden unsere Partnerschaft auch in einem schwierigen Jahr weiter vorwärts treiben“, sagte VW-Vorstand Martin Winterkorn bei der Hauptversammlung von VW.

Ganz anders sieht es hinter den Kulissen aus. Ein Bericht der „Financial Times Deutschland“ sorgte am Donnerstag für Aufsehen. Bei VW gäbe es konkrete Pläne einer Übernahme von Porsche, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Eingeweihte. Auch „FAZ“, „Spiegel“ und andere Medien thematisieren diese Möglichkeit. Die Machtkonstellation in Europas größtem Autokonzern wäre damit auf den Kopf gestellt.

Als Grund wird Porsches problematische Finanzlage angeführt. Bekanntlich haben die Stuttgarter ihre VW-Anteile sukzessive auf 50,8 Prozent erhöht und peilen eine Übernahme von 75 Prozent an VW an. Dem stehen mittlerweile neun Mrd. Euro Nettoschulden gegenüber. Die Zinszahlungen betragen laut „Spiegel“ 600 Mio. Euro jährlich und zehren Porsches operativen Gewinn weitgehend auf.

Diskutiert wird nun folgendes Szenario: VW übernimmt von der Porsche Holding das Automobilgeschäft, die Holding bleibt eine reine Finanzgesellschaft, die ihre Anteile an VW hält. Und Volkswagen führt das gesamte operative Geschäft. In Stuttgart zeigt man sich „verärgert“ über die Spekulationen. Porsche sei „trotz Krise ein gesundes Unternehmen“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.04.2009)

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