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Still und leise, aber nicht heimlich

Wir wissen nicht genau, wann. Wir wissen nicht, auf welchem Weg.

Aber ein großer Teil des heimischen Goldes kommt (bis 2020) nach Österreich zurück. Still und leise, aber nicht heimlich. Die Nationalbank wird die Barren wohl kaum in einem Triumphzug durch die Hauptstadt führen, wie das der verstorbene Hugo Chávez mit Venezuelas Gold gemacht hat.

Aber verglichen mit der früheren Geheimnistuerei haben Nowotny und Co. einen gewaltigen Transparenzsprung nach vorn gemacht. Dieser war auch dringend notwendig. Denn wenn China der Welt verrät, wie viel Gold man inzwischen angesammelt hat, wird jeder Erdenbürger mit Grips sich fragen: Und was macht mein Land? Wo ist unser Gold?

Die nächste Finanzkrise kommt bestimmt. Und wenn alles stillsteht, gibt es nur noch eine Währung, die fraglos akzeptiert wird. Das weiß die Nationalbank freilich. Auch aus Erfahrung. Denn neben Red Bull, Conchita Wurst und Christoph Waltz hat Österreich noch einen Exportschlager: den Wiener Philharmoniker. Die Goldmünze gehört inzwischen zu den drei wichtigsten weltweit – und die Münze Oesterreich ist eine Tochter der Nationalbank.

Bis vor drei Jahren wussten die Österreicher noch nicht einmal, wo ihr Gold gelagert wird. Jetzt wissen sie sogar, wann es nach Hause kommt. Gute Nachrichten in Zeiten wachsender Unsicherheit auf den Märkten und in der Welt.

E-Mail: nikolaus.jilch@diepresse.com

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.05.2015)