Wien: Che-Büste im Donaupark die Nase abgesägt

Die Che-Büste ohne Nase.
(c) APA (MARTIN FICHTER)

Die Che-Büste im Wiener Donaupark wurde verunstaltet. Die Österreichisch-Kubanische Gesellschaft vermutet einen "politischen Vandalenakt". Die Nase wurde gefunden, das Denkmal wird repariert.

Zum 41. Todestag des Argentiniers hatte sich im Vorjahr im Donaupark eine Schar von Anhängern Che Guevaras versammelt, um die erste Büste des Revolutionärs auf europäischem Boden zu enthüllen. Unbekannte sägten nun der Che-Büste die Nase ab. Außerdem wurde die Gedenktafel gegen eine andere mit der Aufschrift "Terrorist" ausgetauscht.

"Das ist ein politischer Vandalenakt gegen das Gedankengut Che Guevaras", meinte Hans Mikosch von der Österreichisch-Kubanischen Gesellschaft am Mntag zu diesem Vergehen. Seine Organisation hatte die Aufstellung der 70 Zentimeter hohen Bronzebüste initiiert und 28.000 Euro dafür gesammelt.

10.000 Euro Schaden


Mikosch vermutet aggressive rechte Gruppierungen hinter der Tat. Man habe Anzeige gegen unbekannt erstattet. Fest stehe jetzt jedenfalls schon: "Das Denkmal wird repariert", unterstrich Mikosch. Der Schaden betrage allerdings an die 10.000 Euro. Immerhin sei die Nase mittlerweile von Stadtgärtnern gefunden worden.

"Also ich war es nicht", stellte der Donaustädter FPÖ-Mandatar Toni Mahdalik klar. Er hatte damals die Proteste gegen die Errichtung angeführt. "Wir sind weder Bilder- noch Denkmalstürmer", bescheinigte er für die gesamte FPÖ. Man verlange lediglich eine Zusatztafel am Denkmal, die an die Opfer des gebürtigen Argentiniers erinnere. Wenn ein Denkmal einmal stehe, stehe es - auch wenn die Beschädigung rein optisch nun kein Beinbruch sei.

(APA)