Strolz: "Heute ist sicher kein Turbo gezündet worden"

Neos-Chef Strolz
Neos-Chef StrolzDie Presse

Neos-Chef Matthias Strolz hätte sich ein Grundmandat in Graz erwartet. Ein Grund für das schlechte Abschneiden sollen fehlende Parteistrukturen sein.

Zwei Landtagswahlen, zwei Mal kein Einzug für die Neos. Ist die Partei gescheitert?

Nein. Es ist natürlich schade, dass wir im ersten Anlauf den Einzug nicht schaffen. Aber die Grünen haben es im Burgenland auch erst im vierten, in der Steiermark im dritten Anlauf geschafft. Jetzt sind sie in sechs Landesregierungen. Eine Parteigründung ist kein Sonntagsspaziergang, Rückschläge kommen vor. Heute ist sicher kein Turbo gezündet worden. Aber das gehört zur Branche.

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Haben Sie sich ein solches Ergebnis erwartet?

Im Burgenland haben wir gewusst, dass es schwierig bis unmöglich wird. In der Steiermark haben wir schon gehofft, ein Grundmandat zu holen. Aber das ist sich eben nicht ausgegangen.

In der Steiermark hat sich eine große Wählergruppe von SPÖ und ÖVP abgewendet. Warum geht sie zur FPÖ und nicht zu den Neos?

Das müssen wir uns genauer anschauen. Zum einen haben wir nicht so einfache Antworten wie der blaue Mitbewerb. Sie haben sehr plakative Antworten geboten – und die Sehnsucht danach ist groß. Die haben wir offensichtlich nicht gut genug erfüllt.

Dabei wäre gerade Graz ein dankbarer Nährboden für eine urbane Partei wie die Neos.

Ja, das stimmt. Man muss sich jetzt genauer anschauen, warum es nicht funktioniert hat.

Bundesgeschäftsführer Feri Thierry hat als einen Grund für das schlechte Ergebis die fehlenden Parteistrukturen genannt. Ist es nicht etwas zu einfach, sich darauf auszureden?

Nein, ich halte das für einen Hauptpunkt. Die Steiermark war eines der Bundesländer, in denen wir am spätesten in den Tritt gekommen sind. Das Vorziehen der Wahlen hat uns zusätzlich Zeit genommen. Und das Burgenland ist neben Kärnten das schwierigste Bundesland, um Fuß zu fassen. In Oberösterreich oder Wien haben wir ganz andere Voraussetzungen. Das ist ein ganz anderes Spiel.

Was erwarten Sie sich nun von Wien?

Wien ist unsere stärkste Bastion, da haben wir den stärksten Strukturaufbau. Wir bauen seit zwei Jahren die Bezirksgruppen auf. Dort gibt es eine große Sehnsucht nach Veränderung. Wir können eine weltoffene Kraft anbieten. Und Spitzenkandidatin Beate Meinl-Reisinger hat einen hohen Bekanntheitsgrad.


Was, wenn sich der Einzug doch nicht ausgeht?

Das ist für mich kein Szenario. Das halte ich für Denkunmöglich aus heutiger Sicht.

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