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EZB hält Leitzins bei 0,05 Prozent

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EZB hält Leitzins bei 0,05 ProzentAPA/EPA/FRANK RUMPENHORST
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Auch der Einlagen-Strafsatz bleibt unverändert bei minus 0,2 Prozent. Monatlich investiert die EZB 60 Milliarden Euro in Anleihenkäufe.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält ihren Leitzins bei Null. Der wichtigste Leitzins, zu dem sich die Banken für eine Woche Zentralbankgeld leihen können, betrage unverändert 0,05 Prozent, teilte die EZB am Mittwoch nach der Sitzung des geldpolitischen Rats in Frankfurt mit. Der Zinssatz zur Spitzenrefinanzierung beträgt weiterhin 0,3 Prozent. Der Satz für Einlagen, die die Banken bei der EZB deponieren, bleibt bei minus 0,2 Prozent. Mit dem Negativzins will die EZB die Kreditvergabe anschieben. Die Entscheidungen der Notenbank wurden von Analysten durchweg erwartet.

Die EZB will im Kampf gegen die unerwünscht niedrige Inflation will die EZB die Geldschleusen offenhalten. Das groß angelegte Anleihen-Kaufprogramm solle wie geplant bis September nächsten Jahres laufen, bekräftigte EZB-Chef Mario Draghi am Mittwoch nach der Ratssitzung in Frankfurt. Monatlich werden 60 Mrd. Euro in Staatsanleihen und andere Vermögenswerte investiert werden, insgesamt 1,1 Billionen Euro bis September 2016.

Inflation bewegt sich leicht nach oben

In jedem Fall sollen die Märkte solange mit Geld geflutet werden, bis sich die Inflationsrate nachhaltig in die von der EZB gewünschte Richtung bewegt. Zuletzt waren die Preise in der Eurozone erstmals in diesem Jahr gestiegen - mit 0,3 Prozent kletterten sie sogar einen Tick stärker als von Fachleuten erwartet.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Inflationsprognose für 2015 von zuletzt 0,0 Prozent auf 0,3 Prozent angehoben. EZB-Präsident Mario Draghi führte dies am Mittwoch in Frankfurt vor allem auf die lockere Geldpolitik und die allmähliche Erholung der Energiepreise zurück.

In den beiden Folgejahren dürfte sich die Geldschwemme durch das billionenschwere Programm zum Kauf von Staatsanleihen nach der Vorhersage noch stärker auf den Preisauftrieb auswirken. Demnach steigen die Verbraucherpreise 2016 um 1,5 (bisher ebenfalls 1,5) Prozent. Für 2017 sagen die Notenbanker wie schon im März eine Inflationsrate von 1,8 Prozent voraus. Die EZB strebt mittelfristig eine Teuerungsrate von knapp unter 2 Prozent an.

 

(APA/dpa-AFX)