Schulklasse spielt Fußball mit dem Smartphone am Arm

Ein Projekt der Uni Wien will mit Apps und Smartphones Schüler zu besseren sportlichen Leistungen motivieren.

Wien. Für leidenschaftliche Sportler ist das Smartphone kaum noch wegzudenken. Mit diversen Sport-Apps wie zum Beispiel Runtastic messen sie ihre Laufleistungen. Apps erobern zunehmend den Sportbereich und motivieren zu höheren Leistungen.

Diesen Trend macht sich das Institut für Sportwissenschaft an der Uni Wien für ein neues Projekt namens „Mobile Motion Advisor“ zu Nutze. Es ist ein Programm, das Schülern, die im Sportunterricht nicht so aktiv sind, helfen soll, trotzdem eine bessere Note zu erhalten.

Im Detail sieht das so aus: Zu Beginn wird die Leistungsfähigkeit jedes Schülers bei einem 1600 Meter Lauf festgestellt, ähnlich wie bei einem Golf-Handicap. Dabei wird ermittelt, wie viel Milliliter Sauerstoff pro Minute verwertet werden. Dann werden die Schüler alle mit einem Handy am Oberarm auf den Fußballplatz geschickt. Das Smartphone ist mit dem jeweiligen Leistungsprofil des Schülers verbunden und misst während des Spiels jede Bewegung. Die Schüler werden nach den Schritten bewertet, die sie in einer gewissen Zeit zurückgelegt haben, und das in Echtzeit. Noch während das Spiel läuft, kann man auf einem Laptop alle Bewegungen und Leistungkurven verfolgen. Dabei wird aber immer das Ausgangsniveau des Schülers berücksichtigt.

„Mobile Motion Advisor“ wird seit 2014 mit der zweiten Schulstufe der HAK Krems im Feldversuch getestet. Software und Hardware wurden gemeinsam mit den HTL Hollabrunn und Rennweg entwickelt. „Die ersten Ergebnisse werden wir im Sommer 2015 veröffentlichen“, sagt Emanuel Preuschl, Projektadministrator von „Mobile Motion Advisor“. Im Vergleich zu Highschools in den USA zeigte sich, dass das Leistungsniveau der Schüler im EDUARD-Camp deutlich über dem Durchschnitt der Amerikaner lag.

Wer die App in den diversen Appstores sucht, der wird derzeit nicht fündig. Das Projektteam überlegt jedoch, die App in Zukunft einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

(Georg-Kaijetan Göschl/Sophia Amor)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.06.2015)