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Ein Trainingscamp wie für Marcel Hirscher

Schüler beim Sport
Schüler beim SportKatharina Roßboth

Ein Ausflug in die spannende Welt des Leistungssports und darüber hinaus.

Wien. Eine Gruppe Schüler der NMS Ybbsitz, der NMS Hippach und des Goethe-Gymnasiums konnte beim EDUARD-Camp in die Welt des Leistungssports eintauchen. Dabei lernten die Schüler zusammen mit den Trainern vom Institut für medizinische und sportwissenschaftliche Beratung (IMSB), wie sie ihre Leistungen je nach Sportart mit professionellen Geräten steigern können. Ricardo Regvart, Schüler am Goethe-Gymnasium, war begeistert: „Die Leistungstest sind sehr spannend und bringen auch viel.“ Regvarts großes Ziel ist eine Profikarriere im Tennis.

Diese jungen Talente unterstützt das IMSB mit professioneller und individueller Leistungsdiagnostik, exakt abgestimmt auf den Athleten und die jeweilige Sportart. Einen Eindruck bekamen die Schüler bei einzelnen Sport- und Konditionsübungen, wie zum Beispiel Zwölf-Minuten-Lauf, Geschicklichkeitsübungen oder Schnelligkeitssprints.

Das Team des IMSB sucht bei den einzelnen Sportlern nach Potenzial, das sie fördern können. Zudem führen sie vom Hobbysportler bis zum Leistungssportler sportmedizinische Untersuchungen und Leistungsdiagnostiktests durch, die 135 bis 200 Euro kosten. Für Kadersportler ist dies kostengünstiger. Die Trainer des Schülercamps, Marietta Sengeis und Helmut Brunner-Plosky gingen mit den Teenagern Sportpraxis, aber auch Sporttheorie und vor allem den Sinn und den Unsinn von Bewegung durch.

Dabei machten sich die Schüler Gedanken über ein bewussteres Leben außerhalb der Sportanlagen. Im Vordergrund stand die Frage, wie wir durch Bewegung unsere Leistungsfähigkeit und Gesundheit stärken können. Die Schüler stellten im Workshop fest, dass neben rund acht Stunden Schule und weiteren acht Stunden Schlaf vier bis fünf Stunden Freizeit übrig bleiben. „Die meisten verbringen diese Zeit mit Spielen am iPad, also wieder sitzend“, erklärt Sengeis. Die Trainer haben die Schüler ermuntert, sich Alternativen zum Tablet oder Computer auszudenken, die mit Bewegung zu tun haben.

Dabei sind den Schülern viele Trainingsübungen eingefallen, die im Alltag einfach zu bewältigen sind. (Siehe Artikel rechts). Oft reichen schon Haushaltsarbeiten wie den Müll rausbringen, mit dem Hund Gassi gehen oder das Zimmer aufräumen. Auch vor dem Haus kann man viel zur Körperbewegung beitragen. Auf dem Berg Ski fahren, am Land joggen, in der Wand klettern oder einfach nur im Garten Trampolin springen. Die WHO empfiehlt Kindern und Jugendlichen, pro Tag 16.000 Schritte zu machen – tatsächlich liegt der Wert oft bei nur 3000 Schritten.

Im Sommer veranstaltet das IMSB ein Kidscamp für Kinder bis zwölf Jahre, das multisportiv ausgerichtet ist. Von Judo bis Fechten werden den Kindern eine ganze Reihe Sportarten vorgestellt. „Es passiert bei diesen Camps nicht selten, dass Kinder ihre Lieblingssportart entdecken und dabei bleiben“, sagt Sengeis.

AUF EINEN BLICK

Profis. Das Institut für medizinische und sportwissenschaftliche Beratung (IMSB), das die Sportler beim EDUARD-Camp betreute, arbeitet mit einer Vielzahl österreichischer Topathleten zusammen. Unter den Spitzen- und Nachwuchssportlern, die mit dem Institut trainieren, sind unter anderem die Vienna Capitals, der ÖFB, die Faustball-Nationalteams, das Handball- und Hockey-Nationalteam der Herren sowie Sportler aus den Bereichen Schwimmsport, Judo und Leichtathletik. Informationen zum Institut unter www.imsb.at.

Tipps zur Bewegung im Alltag

Hier Bewegungstipps für den Alltag, die Schüler beim Camp des Instituts für medizinische und sportwissenschaftliche Beratung (IMSB) zusammengetragen haben.
•Wandern. Ihr wart noch nie? Dann wird es Zeit! Geht doch einmal auf eine Alm oder einfach in den Wald.
•Fußballspielen. Die wohl beliebteste Sportart bei uns. Man braucht nur einen Ball und eine Wiese.
• Skifahren. Nationalsport in Österreich – leider teuer und nur im Winter möglich.
•Snowboarden. Für jene, die lieber auf dem Board stehen. Im Winter kommt der Sport auch nicht zu kurz!
•Helfen im Haushalt. Zum Beispiel den Geschirrspüler ausräumen.
•Rasenmähen. Das geht aber nur, wenn ihr einen Garten habt.
•Laufen gehen. Einfach Laufschuhe anziehen und los geht's.
•Klettern. Ihr klettert gern auf Bäume oder etwas anderes? Dann hinauf mit euch!
•Schulweg zu Fuß. Aber klar! Zu Fuß gehen ist gesund und stärkt die Ausdauer.
•Radfahren. Beginnt zuerst mit kleinen Strecken und arbeitet euch dann hinauf.
•Dein Haustier will spielen? Dann geh mit ihm hinaus und spiel mit ihm. Das tut ihm und dir gut.
•Zimmeraufräumen. Auch beim Zimmeraufräumen bewegst du dich. Man glaubt es kaum.

Zum Abschluss eine lustige Übung des IMSB: Dafür benötigt man einen Bierdeckel. Diesen legt man auf den Handrücken. Dann zieht man die Hand blitzschnell zurück und versucht, den Bierdeckel noch in der Luft mit der gleichen Hand zu fangen. Wer das gut kann, kann es mit geschlossenen Augen probieren. (Georg-Kaijetan Göschl)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.06.2015)