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Menschenrechtsgericht billigt Sterbehilfe für Franzosen

Rachel Lambert, Frau des Wachkoma-PatientenREUTERS
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Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg gestattet die Sterbehilfe für einen querschnittsgelähmten Franzosen.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat am Freitag in einem europaweit vielbeachteten Urteil die Sterbehilfe für einen Querschnittgelähmten in Frankreich gebilligt.

Die Entscheidung des obersten französischen Verwaltungsgerichts, die künstliche Ernährung des Wachkoma-Patienten Vincent Lambert zu beenden, sei kein Verstoß gegen das Recht auf Leben der Europäischen Menschenrechtskonvention, befanden 12 der 17 Richter des EGMR in Straßburg.

Lambert liegt nach einem Verkehrsunfall vor sieben Jahren im Wachkoma. "Die französische Justiz hat alle medizinischen und ethischen Aspekte dieses Falls sorgfältig abgewogen", heißt es in dem Urteil.

Nun können die Ärzte mit Zustimmung der Ehefrau Lamberts und mehrerer Geschwister die Magensonde des früheren Krankenpflegers entfernen und ihn sterben lassen. Die Eltern und zwei Geschwister des 38 Jahre alten Patienten sind strikt dagegen und hatten deshalb vor dem EGMR geklagt. Für sie ist Lambert schwerbehindert; den Stopp der künstlichen Ernährung betrachten sie als "verkappte Euthanasie".

Endgültiges Urteil

Das Urteil des EGMR ist endgültig; eine Berufung ist nicht möglich. Andere Länder, die Sterbehilfe-Gesetze einführen, könnten die französische Regelung über das Lebensende und das EGMR-Urteil als Beispiel nutzen, sagte der Anwalt der Ehefrau Lamberts, Laurent Pettiti.

Der Anwalt der Eltern, Jean Paillot, hat bereits weitere juristische Schritte in Frankreich angekündigt, um Lambert am Leben zu erhalten. Er nannte das Urteil "skandalös" und kein Zeichen von Gerechtigkeit.