In Wien gab es deutliche Kursverluste bei Bankwerten zu sehen. Erste Group sackten um 3,23 Prozent ab und Raiffeisen verloren 1,93 Prozent.
Nach Veröffentlichung der US-Jobdaten für Mai hat sich die Wiener Börse heute, Freitag, am Nachmittag bei durchschnittlichem Volumen weiter mit schwacher Tendenz gezeigt. Der ATX wurde knapp nach 14.30 Uhr mit 2.560,38 Punkten errechnet, das ist ein deutliches Minus von 51,97 Punkten bzw. 1,99 Prozent.
Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -1,57 Prozent, FTSE/London -0,80 Prozent und CAC-40/Paris -1,57 Prozent.
Europaweit wurde mit Spannung auf den US-Arbeitsmarktbericht für Mai gewartet. Im vergangenen Monat ist die Erwerbslosigkeit in den USA im Mai überraschend gestiegen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Punkte auf 5,5 Prozent. Allerdings wurden 280.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft und damit deutlich mehr als erwartet aufgebaut.
Daneben bleibt der griechische Schuldenstreit im Fokus. Eine Lösung ist nach wie vor nicht in Sicht. Entgegen erster Planungen findet heute doch kein Spitzentreffen auf EU-Ebene zur Lösung der Krise in Brüssel statt. Am Vortag hatte jedoch der Internationale Währungsfonds (IWF) mitgeteilt, dass Athen seine im Juni fälligen Kreditraten gebündelt am Ende des Monats zahlen darf und dem Land damit zumindest etwas Luft verschafft.
In Wien gab es deutliche Kursverluste bei Bankwerten zu sehen. Erste Group sackten um 3,23 Prozent auf 25,89 Euro ab und Raiffeisen verloren 1,93 Prozent auf 13,75 Euro. Einer Analyse der Ratingagentur Moody's zufolge sind die Frankenkredite der österreichischen Banken mit 6,1 Mrd. Euro unterdeckt. Das heißt, die Finanzinstrumente, mit denen die Kreditnehmer für die Rückzahlung sparen, sind 6,1 Mrd. Euro weniger wert als die ausständigen Kredite. Für heimische Banken könnte das ab 2019 zu einer massiven Belastung werden. Ende des ersten Quartals 2015 hatten die Banken in Österreich Frankenkredite im Wert von 26,6 Mrd. Euro bei Privatkunden ausständig.
Ölwerte zeigten sich zum Wochenschluss ebenfalls klar im roten Bereich. In der Branche wurde heute vor allem auf das OPEC-Treffen in Wien geblickt: Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) lässt ihre Fördermenge unverändert bei 30 Millionen Barrel (159 Liter) am Tag, teilte der saudi-arabische Ölminister Ali al-Naimi mit. OMV sackten um 2,34 Prozent auf 25,71 Euro ab.
Auch Schoeller-Bleckmann (SBO) fielen um 1,42 Prozent auf 61,85 Euro zurück. Die Titel des Ölfeldausrüsters litten zusätzlich unter negativen Analystenstimmen: Die Analysten der Baader Bank haben ihre Empfehlung für die SBO-Papiere von "Buy" auf "Hold" abgestuft und gleichzeitig das Kursziel von 65,0 auf 61,0 Euro reduziert. Indessen haben die Wertpapierexperten der Raiffeisen Centrobank (RCB) das SBO-Kursziel leicht von 55 auf 56 Euro erhöht. Das Anlagevotum "Reduce" wurde bestätigt.
Belastet wurde der ATX zudem von den Abschlägen in Andritz (minus 3,37 Prozent) und Immofinanz (minus 2,59 Prozent). voestalpine erhöhten sich dagegen um 0,46 Prozent auf 41,69 Euro. Am Mittwoch konnten die Papiere um mehr als acht Prozent nach oben klettern, nachdem der Stahlkonzern Zahlen für das Geschäftsjahr 2014/15 vorgelegt hatte.
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX zum Handelsstart bei 2.615,57 Punkten, das Tagestief lag um etwa 12.55 Uhr bei 2.552,57 Einheiten. Der ATX Prime notierte mit einem Minus von 1,85 Prozent bei 1.291,89 Zählern. Gegen 14.30 Uhr notierten im prime market sechs Titel mit höheren Kursen, 31 mit tieferen und keiner unverändert. In vier Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.
Bis dato wurden im prime market 5.174.799 (Vortag: 3.619.450) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 159,692 (130,43) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 493.125 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 25,80 Mio. Euro entspricht.
(APA)