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Spitäler-Streik? Gewerkschaft gegen Ärzte

DEMONSTRATION DER WIENER SPITALS�RZTE
(c) APA/HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)
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Gewerkschaft stellt sich gegen Streikabstimmung.

Wien. Mit 19.Juni startet die Wiener Ärztekammer die Befragung aller Ärzte im Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV), um die Streikbereitschaft der Belegschaft zu eruieren. Die Gewerkschaft schloss einen Streik am Dienstag jedoch aus: „Ein Streik im Gesundheitsbereich kommt für die Gewerkschaft nicht in Frage“, betonte Christian Meidlinger, Vorsitzender der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG): „Ich sehe keine Notwendigkeit darin, in Wiens Gemeindespitälern für Chaos zu sorgen, wenn bereits ein ausverhandeltes Paket auf dem Tisch liegt“, so Meidlinger, der auch für die SPÖ im Gemeinderat sitzt. Die bereits dritte Ablehnung des Angebots der Stadt durch die Kurie der Ärztekammer sei für ihn „absolut unverständlich, der Imageschaden enorm“: Der Ärztekammer gehe es „doch nur ums Geld“. Die Gewerkschaft hatte dem Paket schon vor Wochen in ihrem Vorstand zugestimmt.

 

Ärztekammer wehrt sich

Die Wiener Ärztekammer betonte hingegen, dass ein Streikbeschluss sehr wohl auch „von kollektivvertragsfähigen Körperschaften allein“ – und eine solche sei die Ärztekammer – gefasst werden könne. Allerdings würde ein „Ja“ der KAV-Belegschaft zum Streik nicht unbedingt auch eine Arbeitsniederlegung bedeuten. Man hoffe weiterhin auf ein Einlenken der Stadt: Die Forderungen der Ärzteschaft seien „moderat und bei ein bisschen gutem Willen seitens der Gemeinde Wien durchaus erfüllbar“.

Die Fronten sind aber verhärtet: Die Ärzte fordern eine bessere Bezahlung der Sonn- und Feiertagsdienste, Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely hatte dazu bereits erklärt: Mehr Geld sei ausgeschlossen. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.06.2015)