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Flüchtlingswelle: Polizisten aus Österreich für Ungarns Grenze

(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
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Rund 40 Beamte aus Wien sollen bei der Sicherung der serbisch-ungarischen Grenze helfen.

Wien/Budapest. Angesichts der Flüchtlingszahlen der vergangenen Monate hat Österreich seinem Nachbarland Ungarn für die Sicherung der serbisch-ungarischen Grenze rund 40 Polizisten zugesagt. „Das sind keine Maßnahmen gegen Kriegsflüchtlinge, sondern gegen die Schieflage in Europa“, sagte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner.

Der aktuellen Entwicklung in Griechenland und über die Balkanroute müsse jedoch „etwas entgegengesetzt“ werden. Weil gesamteuropäische Lösungen „nicht von heute auf morgen“ durchgesetzt werden können, müssten auch „eine Reihe kurzfristiger eigenständiger Maßnahmen“ gesetzt werden, so die Ministerin.

Die 40 Experten sollen schon in den kommenden Tagen in die Detail-Planung gehen und über das Jahr rotierend im Einsatz sein. Mikl-Leitner sprach zuvor in einer Telefonkonferenz mit ihrem ungarischen Amtskollegen Sándor Pintér über die Sicherung der EU-Außengrenzen sowie die Dublin-Verordnung, gemäß der jenes Land für die Betreuung von Flüchtlingen zuständig ist, in dem diese erstmals europäischen Boden betraten. Die Innenministerin hatte erst kürzlich bekanntgegeben, sich auf die Abschiebung von Dublin-Fällen zu konzentrieren, um der „Schieflage“ bei der Unterbringung von Flüchtlingen in Europa entgegenzuwirken.

 

Kaum Asyl-Anerkennungen

Im Jahr 2014 wurden in Ungarn 42.775 Anträge auf Asyl gestellt, nur 550 Personen erhielten einen positiven Bescheid. Zum Großteil kamen die Antragsteller aus den Ländern des Westbalkans. In Österreich wurden 2014 laut Europäischem Unterstützungsbüro für Asylfragen 28.035 Anträge verzeichnet. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.06.2015)