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Tuberkulose: Stadt gegen "Bloßstellung der Schüler"

TUBERKULOSE-UNTERSUCHUNGEN AN WIENER SCHULEN: ROeNTGENBUS
Archibild: Der Röntgenbus der Stadt WienAPA/HERBERT PFARRHOFER
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Die Stadt Wien veröffentlicht weiter keine Details zu den Schulen, in denen es TBC-Fälle gibt. Alle, die sich angesteckt haben könnten, seien informiert.

Nach den drei Tuberkulosefällen an Wiener Schulen will der Gesundheitsdienst der Stadt Wien (MA 15) weiterhin keine Details zu den betroffenen Bildungseinrichtungen veröffentlichen. Alle von den Fällen Betroffenen seinen jedoch individuell informiert worden, wurde am Freitag betont: "Der Gesundheitsdienst der Stadt Wien hatte nach der Meldung der Erkrankungsfälle unverzüglich Kontakt mit den Schulen aufgenommen und die Eltern der betroffenen SchülerInnen und die betroffenen Lehrkräfte über die Notwendigkeit einer Umgebungsuntersuchung informiert", hieß es.

Ziel sei es, die Kontakte sowie das Umfeld der erkrankten Personen abzuklären. Seien Gemeinschaftseinrichtungen betroffen, werden gemeinsam mit den Schulen Untersuchungszeiträume festgelegt und vor Ort Informationsgespräche angeboten. Rund 200 Personen werden u.a. mittels Röntgenbus untersucht, die Ergebnisse sollen in den nächsten Wochen vorliegen. 

"Verpflichtet, sensibel mit Information umzugehen"

Seit Bekanntwerden der Fälle gibt es Kritik an der Geheimhaltung der Daten. Dennoch werde man an dieser Vorgehensweise festhalten. Denn mit dem Thema sei viel Angst und Ausgrenzung verbunden, "sodass wir als Behörde uns verpflichtet sehen, sensibel mit Erhebung und Information umzugehen", betonte Sabine Gangel, Leiterin des Fachbereichs Infektionsvorsorge der MA 15.

All jene, die sich angesteckt haben könnten, seien informiert worden. "Da andere Personen nicht von einer Ansteckung betroffen sein können, führt die Veröffentlichung der Schule nur zu einer Bloßstellung der Schülerinnen und Schüler sowie der LehrerInnen", heißt es weiter. Grundlage dafür bilde das Tuberkulosegesetz.

Auch Eltern gegen Veröffentlichungen

In diversen Medien wurde bereits über Standorte spekuliert, dagegen spricht sich auch Karl Dwulit, Vorsitzender des Wiener Landesverbandes der Elternvereine aus: Mit Veröffentlichung der Schule seien Schüler, Lehrer und Eltern verunsichert und ein unnötiger Druck verursacht worden, der seriöse Information verhindere, meinte er. Derzeit steht die MA 15 im Rahmen der Servicehotline (01/4000 87530) und Sprechstunden bei Fragen zur Verfügung.

Im Vorjahr 141 Fälle

Tuberkulose (TBC) - die Krankheit wurde früher als Schwindsucht oder Morbus Koch bezeichnet - wird meist durch Tröpfcheninfektion übertragen und befällt die Lunge. Solange das Immunsystem die Bakterien noch in Schach hält, handelt es sich um eine geschlossene Tuberkulose. Ist das Immunsystem schwach, zum Beispiel bei älteren Menschen, macht sich die Infektion bemerkbar. Dann wird von einer offenen, infektiösen Tuberkulose gesprochen.

Auf eine TBC-Erkrankung können Fieber, Husten, Nachtschweiß, Gewichtsverlust, Atemnot und in fortgeschrittenem Stadium blutiger Husten hinweisen. Diagnostiziert wird die Erkrankung generell über weiße Flecken bei einem Lungenröntgen, die relativ bald sichtbar sind. Ansteckend ist TBC, sobald die Bakterien den Weg in die Bronchien gefunden haben und über die Atemwege abgesondert werden.

Behandelt wird die Lungenkrankheit meist mit einer Kombination aus drei oder vier Antibiotika, sogenannten Antituberkulotika, die meist über mehrere Monate hinweg eingenommen werden müssen. Im Vorjahr erkrankten in Wien 141 Personen an ansteckender Tuberkulose.

>> Link: Das Tuberkulosegesetz im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS)

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(APA)