Bevor man auf Urlaub fährt, sollte man feststellen, welche Versicherungen man schon hat und welche man noch braucht. Wer es Einbrechern zu leicht macht, erhält mitunter keine Leistung von der Assekuranz.
Wien. Ein Urlaub ist für viele oft die schönste Zeit des Jahres. Doch Unvorhergesehenes kann immer geschehen. Auf vieles kann man sich aber vorbereiten. „Die Presse“ gibt einen Überblick.
•Eine Auslandsreise-Krankenversicherung kann sich vor allem bei Reisen außerhalb Europas bezahlt machen, sagt Uniqa-Österreich-Chef Hartwig Löger. Doch auch Personen, die innerhalb der Eurozone bleiben, kann eine Versicherung nicht schaden. Sie deckt den Rücktransport in die Heimat ab oder übernimmt die Kosten für Behandlungen im Ausland. Gerade in den USA könnten nämlich hohe Spitalskosten anfallen.
Reist jemand häufig, so legt Ralph Müller, Vertriebsvorstand der Wiener Städtischen Versicherung, nahe, einen Jahresvertrag mit umfassendem Schutz und weltweiter Deckung abzuschließen. Andernfalls sind Reisen punktuell zu versichern. Die Prämienhöhe richtet sich nach den Reisekosten. Besteht die Möglichkeit, die Versicherung im Schadensfall zu kontaktieren, sollte man das auch tun.
•Häufig bieten auch Kreditkarten einen umfassenden Schutz im Ausland an. Gute Karten (das sind meist die teureren) decken häufig zur Gänze den Rücktransport nach Österreich oder die Überführung im Todesfall ab. Ambulante und stationäre Behandlungen werden ebenfalls bis zu einem Betrag von mehreren hunderttausend Euro gedeckt. Auch Such- und Bergungskosten können integriert sein. Neben diesen Leistungen werden häufig auch der Verlust des Gepäcks oder Stornokosten ersetzt. Der Schutz gilt in der Regel nur dann, wenn die Karte in den Wochen vor Reiseantritt benutzt worden ist. Manchmal sind auch Kinder oder der Partner mitversichert, häufig nur der Karteninhaber. Vor Abflug sollte man daher die Versicherungsbedingungen lesen. In der Regel sind diese im Internet zu finden.
•Die gesetzliche Unfallversicherung kommt nicht– wie viele irrtümlich glauben– für alle Unfälle auf. Sie greift nur bei Arbeitsunfällen. Viele Versicherer empfehlen daher den Abschluss einer privaten Unfallversicherung. Nur jeder Zweite besitzt eine solche, sagt Müller. Unfallversicherungen sind höchst individuell. Entweder werden Einmalzahlungen geleistet oder man kann sich, je nach Grad der Folgeschäden, eine Rente ausbezahlen lassen. Soll die Versicherung schon bei geringer Invalidität leisten, spiegelt sich das auch in einer höheren Prämie wider. Der Partner ist bzw. die gesamte Familie sind auf Wunsch mitversichert. „Wenn Kinder auf die Welt kommen, sollte man das melden“, sagt Müller. Unfallschäden durch Extremsportarten decken Versicherungen in der Regel nicht.
•Eine klassische Reisestornoversicherung ist kein Muss, sie abzuschließen kann aber nicht schaden, sagt Müller. „Es kommt auch darauf an, wie teuer eine Reise ist und wie lang man dafür gespart hat.“ Eine Stornoversicherung kann für eine spezielle Reise oder etwa für ein gesamtes Jahr abgeschlossen werden. Bei ihr ist vor allem der Zeitpunkt des Abschlusses von Bedeutung. Kauft man das Produkt nicht bei Reisebuchung, sondern später, kann es zu Wartefristen kommen. Ein Stornogrund ist etwa eine unerwartet schwere Erkrankung oder der Tod eines Familienangehörigen. Berufliche Hindernisgründe sind bei der Wiener Städtischen kein Stornogrund. Manche Anbieter decken dieses Risiko aber ab.
•Im Jahr 2014 wurden 17.000 Einbrüche bei der Polizei zur Anzeige gebracht. In der Regel wird ein Schaden durch eine Haushaltsversicherung abgedeckt. Bevor man sein Heim für längere Zeit verlässt, empfiehlt der Versicherer Uniqa, Türen zuzusperren und Fenster zu schließen. Andernfalls, also wenn keine Einbruchsspuren feststellbar sind, hält sich die Versicherung leistungsfrei. Naheliegend ist, Nachbarn darum zu bitten, Post- und Werbesendungen zu entfernen, um alle Anzeichen, die dafür sprechen, dass man nicht zu Hause ist, zu vermeiden.
Mitunter geben Nutzer von sozialen Netzwerken detailreich über ihre Abwesenheit Auskunft. Nachteilig auf den Versicherungsschutz wirkt sich das allerdings nicht aus. „Das steht unseren Kunden zu“, so Müller. [ iStockphoto]
("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.06.2015)