Spekulation im Sozialbau: Harte Kritik an SPÖ

Das Projekt in der Oberen Donaustraße
Das Projekt in der Oberen DonaustraßeClemens Faby / Die Presse

Opposition und Grüne attackieren nach dem "Presse"-Bericht über Spekulation im Sozialbau die SPÖ. Diese schweigt zu den Vorwürfen.

Wien. „Wenn das von der SPÖ plakatierte G'spür für Wien lediglich im G'spür für's eigene Börsel mündet, ist ein Kurswechsel unausweichlich“, sagt Wiens VP-Chef Manfred Juraczka. „Es kann nicht sein, dass der soziale Wohnbau mehr und mehr zum Selbstbedienungsladen der roten Parteigänger verkommt“, meint FP-Klubobmann Johann Gudenus. Die beiden reagieren empört auf die Affäre rund um Gewog-Chef Karl Wurm und seinen Freund Karl Ecker, Aufsichtsrat der gewerblichen Gewog-Tochter atHome, die die „Presse am Sonntag“ aufgedeckt hat.

Wurm und Ecker sollen sich in zwei Projekten in der Leopoldstadt Wohnungen in jenen Häusern gesichert haben, die sie selbst gebaut haben. Während Ecker seine Wohnungen vermietet, stehen die Dachwohnungen von Wurm offensichtlich leer.

Grüne mahnen Stadtrat Ludwig

Zum Hintergrund: Die Gewog gehört zu 60 Prozent der Bau-Holz-Gewerkschaft, deren Bundesvorsitzender der SPÖ-Nationalratsageordnete Josef Muchitsch ist. Auch aus den anderen Parteien kommt ob dieser Optik massive Kritik. So fordern die Neos gleich den Rücktritt Wurms.

Grünen- Klubobmann David Ellensohn wiederum sieht die Verantwortung im Rathaus: „Stadtrat Ludwig muss mit der Wohnungsvergabe sorgfältiger umgehen. Wenn selbst der KAV-Direktor nur 96 Euro Miete zahlt, ist das schwer nachvollziehbar.“ Mit letzterem Punkt spielt Ellensohn auf einen weiteren Vorfall an, den die „Presse“ aufgedeckt hat – Udo Janßen, Direktor den Krankenanstaltenverbundes (KAV) bewohnte mehrere Monate lang eine Sozialwohnung, die für Schwesternschülerin gedacht war.

Spitzenkandidatian Juliana Okropiridse vom Kleinparteien-Bündnis „Wien anders“ wiederum sagt: „Dass die größten Genossenschaften des Landes die SPÖ durch die Hintertür finanzieren, muss ein Ende haben.“

Die SP-Wien möchte sich als einzige Partei nicht zu den Vorwürfen äußern.

(ath)