Elf Milliarden Euro soll der Volkswagen-Konzern bezahlen – so es überhaupt eine Übernahme gibt. Denn innerfamiliär tobt ein Machtkampf um die Zukunft der Firma, Porsche-Chef Wiedeking wiederum präsentiert ein Gegenkonzept.
Frankfurt (ag.). Bei Porsche gibt es einen innerfamiliären Machtkampf um die Zukunft der Firma. Während VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch einen Verkauf des angeschlagenen Autoherstellers an Volkswagen vorschlägt („Die Presse am Sonntag“ berichtete), stemmt sich sein Cousin, Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche, gegen einen Verkauf: „Wir sind auf einem guten Weg. Die Porsche AG wird nicht an Volkswagen verkauft“, sagte Porsche der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS).
Hintergrund der Diskussionen ist der Einstieg von Porsche bei VW. Derzeit hält der Sportwagenkonzern 51Prozent der Anteile, will aber auf 75 Prozent aufstocken. Porsche droht sich nun bei der VW-Übernahme zu verheben. Daher schlägt Piëch vor, VW solle das Autogeschäft von Porsche für elf Mrd. Euro übernehmen, um so die Eigentümerfamilien zu entschulden. Doch mit dem Konzept, das auch die Ablöse von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking vorsieht, konnte er sich bei einem Familientreffen in Weissach nicht durchsetzen.
Wiedeking präsentierte dort seinerseits ein Gegenkonzept, das eine Fusion von Porsche und Volkswagen vorsieht. Das neue Unternehmen würde sich dann durch eine Kapitalerhöhung frisches Geld besorgen. An ihr soll sich das Golf-Emirat Katar beteiligen, das so neben den Familien und dem Land Niedersachsen zum dritten Großaktionär von VW würde. Aber auch die Familien müssten mehrere Milliarden Euro einbringen, berichteten deutsche Medien.
Am Mittwoch sollen die Gespräche weitergehen. Dann könnte die Familie eine Entscheidung treffen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.05.2009)