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OSZE bestätigt: Österreicher Sajdik wird Ukraine-Gesandter

ARCHIVBILD: MARTIN SAJDIK WIRD NEUER OSZE-UKRAINE-SONDERGESANDTER
Martin SajdikAPA/HOPI-MEDIA/BERNHARD J. HOLZNER
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Die OSZE bestätigte den Wechsel des österreichischen Spitzendiplomaten auf den heiklen Posten in der Ukraine.

Was die "Presse" schon Mitte Juni berichtete, ist nun fixiert worden. Martin Sajdik wechselt von der UNO in New York als Sondergesandter der OSZE in die Ukraine. Das bestätigte die Örganisation für Sicherheit und zusammenarbeit in Europa am Montag. Sajdik ist derzeit Österreichs Botschafter bei der UNO folgt damit im Juli der Schweizerin Heidi Tagliavini, die ihren Posten niederlegt.

Zu den konkreten Beweggründen der Schweizer Spitzendiplomatin, die zwischen den Konfliktparteien vermittelte, machte die OSZE eine Angaben. Kurz davor war das Treffen der trilateralen Ukraine-Kontaktgruppe in Minsk vertagt worden. Die Kontaktgruppe, bestehend aus Vertretern Kiews und Moskaus sowie der OSZE, wollte in der weißrussischen Hauptstadt mit den Separatisten über die Umsetzung der im Februar unterzeichneten Friedensvereinbarung beraten.

Für die Kür Sajdiks war nicht die Zustimmung aller 57 Mitgliedstaaten nötig, sondern lediglich des OSZE-Vorsitzlands Serbien sowie der Ukraine, Russlands, Frankreichs und Deutschlands.

Diplomatische Spitzen-Karriere

Der 66-jährige, Russisch sprechende Sajdik ist seit Jänner 2012 Ständiger Vertreter Österreichs bei den Vereinten Nationen. Er ist verheiratet und Vater von vier Kindern, und spricht auch Englisch, Französisch und Italienisch. Der Jurist studierte auch an der Lomonossow-Universität in Moskau und an der Außenstelle der John-Hopkins-Universität in Bologna.

Er trat 1975 in den Dienst des Außenministeriums und arbeitete ab 1978 bei der österreichischen UNO-Vertretung in Genf; 1980-85 sowie 1989-1991 war er an der Botschaft in Moskau tätig. Zwischendurch wechselte er zweimal aus dem diplomatischen Dienst in die Wirtschaft: Von 1987 bis 1989 leitete Sajdik die Moskauer Repräsentanz der Creditanstalt-Bankvereins und von 1991 bis 1994 war er Spitzenmanager im Maculan-Konzern. Anschließend kehrte er in das Außenministerium zurück und leitete die Abteilung Immobilienmanagement und Beschaffungswesen. 1997 wurde ihm die Abteilung EU-Erweiterung, Außenwirtschaftsbeziehungen sowie Zentral-, Ost-, und Südosteuropa übertragen. 2003 wurde er Leiter der wirtschafts- und integrationspolitischen Sektion im Außenministerium. Ab 2007 war Sajdik österreichischer Botschafter in Peking.

Der Konflikt in der Ukraine hatte sich in den vergangenen Wochen erneut zugespitzt. Nach den heftigsten Gefechten seit Monaten in der Ostukraine bestätigten OSZE-Beobachter den Einsatz verbotener schwerer Waffen im Kriegsgebiet. Insgesamt wurden in dem Konflikt in den vergangenen Monaten nach UN-Angaben mehr als 6.400 Menschen getötet und mehr als eine Million Menschen in die Flucht getrieben.

(APA/Red.)