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Wenigstens beim Rauchen Weltmeister

Nirgendwo in der OECD gibt es so viele 15-Jährige, die rauchen. Doch der Gesundheitsminister hat leider kein Geld für Prävention.

Wir Österreicher sind zwar nicht die größten Fußball- oder Tennisspieler, dafür kann uns in einer anderen Disziplin, quasi am anderen Ende der Gesundheitsskala, niemand wirklich das Wasser reichen: Wir sind nämlich Jugendweltmeister beim Rauchen. Nirgendwo in der entwickelten Welt gibt es so viele 15-Jährige, die sich regelmäßig mit Nikotin einnebeln, wie hier: 24Prozent der Burschen und 30 Prozent der Mädchen, das geht aus der OECD-Studie „Gesellschaft auf einen Blick“ hervor, die am Montag veröffentlicht wurde.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass Gesundheitsminister Alois Stöger ja gerne etwas dagegen unternehmen würde, wie er tapfer sagt. Nur fehle ihm aufgrund der Budgetknappheit halt leider das Geld dafür.

Ansagen wie diese offenbaren vor allem eines: Mit der Wirtschaftskrise sind auch die kreativen politischen Lösungen abgeschafft worden. Sie muss als Ausrede für eigentlich eh alles herhalten, was dem jeweiligen Ressortchef gerade nicht beliebt. Denn im Grunde wäre es gar nicht so schwer: Man könnte zum Beispiel bei den Frühpensionen ansetzen, bei denen Österreich laut OECD auch im Spitzenfeld liegt – und das Geld, das auf diese Weise gespart würde, in die Raucherprävention umleiten. Aber in einem Land, das sich eines Rauchergesetzes rühmt, das Raucher wie Nichtraucher gleichermaßen erbost, wäre das wohl zu viel verlangt.


thomas.prior@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.05.2009)