Das 2:5 gegen Dänemark schickt das A-Team wieder in den Keller. Teamchef Lars Bergström hatte seine Mannschaft bewusst auf dieses alles entscheidende Spiel eingeschworen. Doch es nützte nichts
KLOTEN/WIEN. Österreichs Eishockey ist doch zu schwach, um in der Weltelite zu bleiben. Im Entscheidungsspiel um den Klassenerhalt führte das A-Team schnell mit 2:0 gegen Dänemark. Doch dann kam das böse Erwachen. Nichts klappte mehr, alle Zuordnungen fielen auseinander, und das Unheil nahm seinen Lauf. Die Dänen glichen aus, gingen in Führung, und hilflos mussten Vanek, Setzinger und Co letztlich zusehen, wie Österreich 2:5 (2:1, 0:1, 0:3) unterging. Während Dänemark vor leeren Rängen in Kloten den Verbleib in der Weltspitze feierte, schlichen die Österreicher mit hängenden Köpfen vom Eis.
Das A-Team hat verdient verloren und ist nach 2005 (Innsbruck) und 2007 (Moskau) auch bei der WM 2009 in der Schweiz wieder in die Zweitklassigkeit abgestiegen.
Keine Klasse, Anfängerfehler
Teamchef Lars Bergström hatte seine Mannschaft bewusst auf dieses alles entscheidende Spiel eingeschworen. Doch es nützte nichts, da Österreich von alten Fehlern eingeholt wurde. Darcy Werenka beging einen haarsträubenden Abspielfehler und eröffnete Dänemarks Aufholjagd.
Auch im Powerplay bewies Österreich keine Klasse. Aber ungenützte Überzahlspiele rächen sich im Eishockey zumeist sofort. Ganze acht Minuten spielten Unterluggauer und Co im Mitteldrittel mit einem Mann mehr – und kassierten dabei sogar den Ausgleich! Andre Lakos hat Mikkel Bödker den Puck „serviert“, und ein NHL-Spieler in Form lässt sich so eine Konterchance nicht nehmen. Über den Rest des Spielverlaufs hüllt man besser den Mantel des Schweigens. Das Resultat spricht ohnedies Bände.
Wie reagieren Verband und Liga?
Wie geht es nun weiter mit Österreichs Eishockey? Bergström hat seinen Job in der Schweiz verspielt, aber wie reagiert man im Verband? Zieht nun die Führung rund um Dieter Kalt nach dem ewigen Auf und Ab, das letztlich seit 2005 keine Verbesserung aufzeigt, einen Schlussstrich? Kommen in der Liga nun doch Reformen der Spielsysteme und der Legionärsbeschränkungen aufs Tapet?
„Wir haben das Ziel klar verfehlt“, war Dieter Kalt erbost. „Jetzt müssen sich Liga und Verband in der Legionärsfrage einigen.“ Hüftschüsse wollte Kalt vermeiden, es müsse eine Lösung „im Sinne der Vernunft“ gefunden werden. Vor allem die Jugend müsse nun verstärkt herangeführt werden. Auch in der Trainerfrage hielt er sich bedeckt, die Suche nach einem neuen Mann laufe.
Reformen sind unerlässlich, will Österreich die Rückkehr in den A-Pool schaffen. Es wird schwierig, dieses Unterfangen gleich 2010 zu schaffen. In der Division I (Turnierort noch offen) warten die Ukraine, Japan, die Niederlande, Litauen und Serbien, nur der Gesamtsieger steigt auf. Da sich Österreich nicht um die Austragung bewerben wird, fällt auch der Heimvorteil weg.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.05.2009)