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Niedrigzinsen als Problem für Fonds

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Um Rendite abzuwerfen, müssen Pensionsfonds immer riskanter investieren.

Paris/Berlin. Die internationalen Pensionsfonds gehören zu den größten Geldverwaltern überhaupt. Und sie werden größer: Bis 2019 werden Pensionsfonds in der westlichen Welt einem OECD-Bericht zufolge um gut ein Viertel wachsen – von 28,4 Billionen Dollar im Vorjahr auf 35,8 Billionen Dollar (rund 31,8 Billionen Euro). Das Kapital von Versicherungsgesellschaften steige um ein Drittel auf 37,7 Billionen Dollar.

Die anhaltend niedrigen Zinsen bergen nach Ansicht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für Pensionsfonds und Lebensversicherungen längerfristig aber große Risken. Pensions- und Lebensversicherer könnten die Renditeversprechen aus Zeiten mit hohen Zinsen nur dann einhalten, wenn sie auf ertragsstarke Anlagen auswichen, erklärte die OECD am Mittwoch.

 

Schädlicher Trend

„Damit verbunden sind höhere Risken bis hin zur Insolvenz einzelner Unternehmen“, teilte die OECD zu ihrem Unternehmens- und Finanzausblick mit. Weltweit müsse man die Mittel in die „produktivsten Investitionen stecken“, ohne sich auf allzu große Gefahren einzulassen, mahnte OECD-Generalsekretär Ángel Gurría bei der Vorlage des Berichts.

Zur Förderung der rückläufigen KMU-Finanzierung schlägt die OECD einen zweigleisigen Ansatz vor. Erstens die Sanierung der Banken und zweitens die Entwicklung einer breiten Palette von nicht bankbasierten Finanzierungsoptionen auf den Renten- und Aktienmärkten.

Laut dem Papier sieht die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auch eine Gefahr darin, dass Unternehmen ihren Aktionären Auszahlungen durch Dividenden und Aktienrückkäufe zukommen lassen, um kurzfristig die Rendite zu steigern. Das führe dazu, dass das Kapital nicht reinvestiert werde.

Dieser Trend sei schädlich für innovationsfördernde Investitionen und für das Produktivitätswachstum. Die OECD zeigte sich überdies besorgt über „die größere Hebelung und die risikoreichere Investition in hochverzinsliche und komplexe Finanzprodukte“. (Ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.06.2015)