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Miloš Zeman: „Ukrainer ja, Afrikaner nein“

Miloš Zeman
(c) APA/EPA/HOST PHOTO AGENCY / RIA (HOST PHOTO AGENCY / RIA NOVOSTI)
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Tschechiens Präsident poltert gegen Flüchtlinge. „Es kommt derzeit zu einer Kettenreaktion, die man gleich zu Beginn stoppen sollte“, sagte Zeman.

Wien. Der Plan der EU-Kommission zur Einführung verpflichtender Quoten zur Aufteilung von 40.000 Flüchtlingen ist gestern auf dem EU-Gipfel zu Grabe getragen worden. Es gebe für den Vorschlag keine Mehrheit, sagte Ratspräsident Donald Tusk schon im Vorfeld. Zu den Gegnern der Quote zählt Tschechien. Präsident Miloš Zeman warnte gestern in seiner Heimat vor Bootsflüchtlingen. Europa sollte keine Afrikaner oder Menschen aus dem Nahen Osten aufnehmen, „weil sie von uns kulturell entfernt sind“, erklärte Zeman während eines Besuchs in Iglau.

Zudem könnten Jihadisten unter den Flüchtlingen sein. „Es kommt derzeit zu einer Kettenreaktion, die man gleich zu Beginn stoppen sollte“, sagte der Staatschef laut Medienberichten. Für Flüchtlinge aus der Ukrainer sei er aber offen: „Sie sind arbeitsam und stehen uns kulturell viel näher. Außerdem ist die Sprachbarriere klein, und diese Leute sind imstande, sich zu assimilieren“, erklärte er.

Streit um Zaunpläne

Europas Misere könnte schon bald ein Eisenzaun bezeugen, den Ungarn an der Grenze zu Serbien hochziehen will. Belgrads Außenminister hat die Pläne gestern erneut heftig kritisiert. „Es ist an der Zeit, dass Europa sagt, ob ein Europa der Mauern die Vergangenheit oder die Zukunft ist“, erklärte Dačić.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.06.2015)