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Integration: Deutschkurs für 14 Islamlehrer

(c) Reuters
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Zwischenbilanz beim Fünf-Punkte-Plan: „Verbesserungsbedarf“. All jene Lehrkräfte, die Deutsch nicht auf Maturaniveau beherrschen, müssen bis Herbst ihre Sprachkenntnisse in Förderkursen verbessern.

Wien. 14 der 400 österreichischen Islamlehrer haben mangelhafte Deutschkenntnisse. Ein Lehrer stammt aus Niederösterreich, zwei Fälle wurden aus der Steiermark gemeldet, vier gibt es in Tirol, ebenso viele in Vorarlberg, und drei Lehrer mit mangelhaften Deutschkenntnissen unterrichten an Wiener Schulen. Diese Zahlen gab das Unterrichtsministerium gestern, Dienstag, nach einer bundesweiten Überprüfung bekannt.

All jene Lehrkräfte, die Deutsch nicht auf Maturaniveau beherrschen, müssen bis Herbst ihre Sprachkenntnisse in Förderkursen verbessern. Ansonsten droht der Entzug der Unterrichtserlaubnis. Die Reformen gingen in die richtige Richtung, „weiteres Verbesserungspotenzial“ bestehe: So lautet die Zwischenbilanz von Unterrichtsministerin Claudia Schmied zur bisherigen Umsetzung des Fünf-Punkte-Programms, das die Qualität des islamischen Religionsunterrichts heben soll. Neben den Deutschkenntnissen wurden in Zusammenarbeit mit der Islamischen Glaubensgemeinschaft Lehrplan und islamische Schulbücher überprüft. Auf den Aktionsplan hat sich die Glaubensgemeinschaft nach Druck der Ministerin geeinigt, als der Fall eines Wiener Islamlehrers bekannt wurde, der antisemitische Propaganda an Schüler verteilt haben soll. Ihm wurde die Unterrichtserlaubnis entzogen.

 

Keine Gefahr durch Religionsbücher

Derzeit prüft das Unterrichtsministerium den Vorschlag der Glaubensgemeinschaft über einen neuen Lehrplan. Ein wissenschaftlicher Beirat – er ist bei der Glaubensgemeinschaft angesiedelt, unter anderem gehört ihm Martin Jäggle, Dekan der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien, an – hat sich mit den in Umlauf befindlichen Schulbüchern beschäftigt. Auch ihr Inhalt soll neu gestaltet werden. Laut Jäggle kein Grund zur Panik: Die derzeitigen Bücher stellten „keine Gefährdung für die öffentliche Sicherheit“ dar. Vielmehr seien die Lehrwerke an „Biederkeit nicht zu übertreffen“.

„Verbesserungsbedarf“ ortet man im Ministerium laut Sprecher Nikolaus Pelinka bei den (ebenfalls neu eingeführten) Tätigkeitsberichten der acht Fachinspektoren für den Islamunterricht. „Manche gehen sehr in die Tiefe, andere weniger“, so Pelinka. Eine Beratung für die Inspektoren (auf freiwilliger Basis) soll die Qualität der Berichte künftig heben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.05.2009)