Urlaub im Hochsicherheitstrakt

Mit so einfachen Mitteln sind terroristische Ziele zu erreichen.

Mit so einfachen Mitteln sind terroristische Ziele zu erreichen: Ein einzelner Mann schießt am Strand mit einer Kalaschnikow um sich – und tausende Urlauber verlassen fluchtartig Tunesien. Das eigentliche Ziel sind nicht die Urlauber, sondern der Staat, den es zu destabilisieren gilt.

Schon im März gab es 21 Tote beim Anschlag auf das tunesische Nationalmuseum, jetzt 38 Tote beim Anschlag auf dem Strand: Damit ist der Tourismus im Land auf Jahre hinaus zerstört. Und damit versiegt auch eine der wichtigsten Einnahmequellen.

Gegenmittel sind nicht in Sicht. Tunesien will nun den Kampf gegen Extremisten verschärfen. Doch so lange kein nationaler Konsens herrscht, dass Terror und die Ziele des Islamischen Staats und von al-Qaida abzulehnen sind, werden die Sicherheitsbehörden auf verlorenem Posten stehen. Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen werden die Urlauber auch nicht zurückbringen. Denn erstens weiß jeder, dass es absolute Sicherheit nicht geben kann. Und zweitens: Niemand kann in einem Hochsicherheitstrakt, bewacht von schwer bewaffneten Sicherheitskräften, seinen Urlaub genießen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.06.2015)

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