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Teresa Präauer: Aus der Kunst »seitlich reingrätschen«

Die gebürtige Linzerin Teresa Präauer ist eine von fünf österreichischen Wettleserinnen.

Zwei Romane hat Teresa Präauer bereits veröffentlicht und sich damit im österreichischen Literaturbetrieb schon einen Namen gemacht. In „Für den Herrscher aus Übersee“ (2012) ließ sie einen Großvater die Kreativität seiner Enkelkinder ankurbeln. Viel näher an ihr eigenes Leben kam sie in dem Roman „Johnny und Jean“ (2014): ein selbstironisches, leichtfüßiges Porträt zweier befreundeter Künstler, in dem sie Bezüge auf zeitgenössische Kunst und den Kunstbetrieb nahm. Mit Letzterem kennt sie sich nämlich gut aus. Die Teilnahme am Wettlesen in Klagenfurt (sie liest auf Einladung des neuen Juryvorsitzenden Hubert Winkels) vergleicht sie mit der Ausstellungsarbeit eines bildenden Künstlers.

Die gebürtige Linzerin (*1979) studierte Germanistik, ist aber auch Illustratorin. Sie steuerte die Zeichnungen zum Text „Die Gans im Gegenteil“ von Wolf Haas bei. Auch ihr Videoporträt für das Bachmann-Wettlesen hat sie schließlich als bunte Tapete aus gezeichneten Blumen, Melonen und Affen angelegt, vor der sie selbst zu rhythmischen Jungle-Tönen tanzt, dabei eine goldene Zahnspange bleckt. Präauer sagt, sie bewege sich gern in den zwei Genres Kunst und Literatur, „dadurch bin ich nicht so leicht einzuordnen. Mein Weg ist immer so von seitlich reingrätschen“. In Klagenfurt wird sie einen eigens für den Bewerb geschriebenen Text lesen. Der Vorteil am Lesebetrieb im Gegensatz zum aufwendigen Ausstellungsmachen sei: „Man braucht nur ein Buch einzupacken.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.06.2015)