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Kampf gegen al-Qaida: "Es wird mehr Gewalt geben"

Afghanistans Präsident Hamid Karzai bei US-Präsident Barack Obama.
(c) REUTERS (KEVIN LAMARQUE)
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US-Präsident Barack Obama hat seine Entschlossenheit zur Bekämpfung des Terrornetzwerks bekräftigt. In Pakistan gab es am Donnerstag erneut Gefechte zwischen Armee und Taliban.

US-Präsident Barack Obama hat seine Entschlossenheit zur Bekämpfung des Terrornetzwerks al-Qaida bekräftigt. Nach einem Treffen mit den Präsident Afghanistans und Pakistans, Hamid Karzai und Asif Ali Zardari, sagte Obama am Mittwoch in Washington, die Aufgabe sei schwierig. "Es wird mehr Gewalt und auch Rückschläge geben", warnte er.

Pakistan und Afghanistan haben laut Obama zugesichert, entschiedener gegen die Taliban und Kämpfer der al-Qaida vorzugehen. Er sei zufrieden, dass beide sich der Ernsthaftigkeit der Bedrohung bewusst seien und ihre Entschlossenheit bekräftig hätten, dagegen vorzugehen.

Zugleich kündigte er im Beisein der beiden Präsidenten weitere Unterstützung für die beiden asiatischen Länder an. Pakistans Präsident Zardari sagte, sein Land werde zusammen mit Karzai und den USA im Schulterschluss mit der Welt "diesen Krebs und diese Bedrohung" bekämpfen.

In der US-Regierung geht angesichts des Vormarschs der Aufständischen die Sorge um, dass die pakistanischen Atomwaffen in die Hände der Extremisten fallen könnten. Außerdem wuchsen in Washington in jüngster Zeit die Zweifel, ob die Regierungen in Kabul und Islamabad tatsächlich in der Lage sind, mit der Bedrohung durch die radikalislamischen Taliban fertig zu werden.

Gewalt in Krisenregion dauert an

Die Gewalt in Pakistan und Afghanistan dauert indes unvermindert an. Im nordpakistanischen Distrikt Swat flog die Armee nach eigenen Angaben am Donnerstag Bombenangriffe auf Stellungen der Taliban, Bodentruppen rückten gegen deren Stellungen in den Bergen vor.

Tausende Bewohner des Swat-Tales nutzten eine Kampfpause zwischen Regierungstruppen und Taliban-Kämpfern zur Flucht aus dem Konfliktgebiet. Nach der zeitweiligen Aufhebung der Ausgangssperre packten viele ihre Habseligkeiten zusammen und flohen per Auto oder zu Fuß aus Mingora, der größten Stadt des Tals. Nach Behördenangaben wurden seit dem Aufflammen der Kämpfe im Swat-Tal im vergangenen Monat 38.000 Menschen vertrieben. Es bestehe die Gefahr, dass ihre Zahl auf 800.000 ansteige, hieß es am Mittwoch. In dem Tal leben rund 1,6 Millionen Menschen.

Ausschreitungen in Afghanistan

In der westafghanischen Provinz Farah Afghanistan kam es nach dem vermutlichen Tod Dutzender Zivilisten bei US-Luftangriffen am Donnerstag zu Ausschreitungen. Hunderte Menschen versammelten sich in der zentralen Moschee der Provinzhauptstadt und skandierten Sprechchöre gegen die US-Truppen und die Regierung in Kabul. Vor dem Büro des Gouverneurs bewarfen sie die Sicherheitskräfte mit Steinen, die daraufhin das Feuer eröffnet hätten. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Nach Angaben afghanischer Parlamentarier waren bei US-Luftangriffen in Farah am Montag mehr als 100 Zivilisten getötet worden. Sollten sich diese Angaben bestätigen, wäre das die bisher größte Opferzahl an Zivilisten bei einem Einsatz der internationalen Truppen in Afghanistan. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hatte mitgeteilt, seine Mitarbeiter hätten Dutzende Leichen gesehen, darunter die von Frauen und Kindern.

Die US-Armee meldeten dagegen Zweifel an den Berichten an. Der Kommandant der US- und NATO-Soldaten in Afghanistan, US-General David McKiernan, erklärte, amerikanische Soldaten seien den afghanischen Einheiten zu Hilfe gekommen, die am Sonntag möglicherweise in einen Taliban-Hinterhalt geraten seien.

Obama sagte angesichts des Zwischenfalls mehr Schutz für die Zivilbevölkerung zu. "Wir werden alle Anstrengungen unternehmen, um zivile Opfer zu vermeiden", betonte er nach dem Treffen mit Zardari und Karzai.

(Ag.)