Julius Meinl V. glaubt, dass er „als Prügelknabe für den wirtschaftlichen Niedergang Österreichs“ herhalten muss – und deshalb verfolgt wird.
Wien (red./ju). Das geht zumindest aus einem Interview hervor, das der Boss des Meinl-Clans dem britischen „Daily Telegraph“ gab. Darin beklagt sich der Banker, dass er in Wien „keinen Fuß mehr vor die Tür setzen“ könne. Alles, was mit dem Bankensektor in Österreich schiefgelaufen sei, werde ihm zur Last gelegt. Die britische Zeitung schreibt, die österreichischen Medien hätten Meinl „als österreichischen Sir Fred Goodwin dämonisiert“.
Goodwin war Chef der vom Staat aufgefangenen Royal Bank of Scotland und ist in Großbritannien extrem unpopulär.
Wie berichtet ermittelt die Staatsanwaltschaft Wien in Zusammenhang mit Vorgängen bei der unterdessen verkauften Immobiliengesellschaft MEL gegen Meinl wegen des Verdachts des Betrugs und der „Spesenschinderei“; es gilt die Unschuldsvermutung. Meinl selbst sagte dem „Telegraph“, er sei sich keiner Schuld bewusst.
Die Kursverluste bei MEL seien nicht größer gewesen als im „Rest der Welt“, österreichische Anleger seien allerdings nicht gewohnt, mit Aktien auch Geld zu verlieren.