Let's Make Money: Hypo Real Estate und BMW

Hypo Real Estate
Hypo Real Estate(c) REUTERS (MICHAEL DALDER)
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Warum Spekulationen mit HRE sinnlos sind, was „Presse“-Empfehlungen bringen und wie man den Gegenwert eines BMW investiert.

Viele Österreicher dürften Aktien der Hypo Real Estate nicht mehr haben, aber einige werden es – nachdem sie eine Zeit lang auch hierzulande recht beliebt waren – trotz des unterdessen abgeschlossenen Übernahmeangebots durch den staatlichen deutschen Bankenstabilisierungsfonds Soffin doch noch sein. Die haben jetzt schlechte Karten. Denn die Spekulation, einen höheren als den von der Soffin gebotenen Kurs herauszuschlagen, dürfte ziemlich danebengehen.

Die knapp fünfzig Prozent, die der Soffin zum Stückpreis von 1,39 Euro angedient worden sind, dürften nämlich reichen, um die Übernahme bei der HV Anfang Juni über die Bühne zu bringen. Die verbliebenen Altaktionäre werden dann per „Squeeze-out“ hinausgedrängt. Zu einem noch festzulegenden Preis, der aber jedenfalls deutlich unter den zuletzt gebotenen 1,39 Euro liegen wird.

Für alle, die das Angebot nicht angenommen haben, ist das dumm gelaufen. Wer allerdings die Kurstalfahrt von mehr als 50 Euro auf 1,39 mitgemacht hat, der hat den Großteil der „Enteignung“ ohnehin hinter sich.

Wovor freilich dringend gewarnt werden muss: Selbst jetzt wird mit dem Papier (in gar nicht so kleinen Größenordnungen) noch heftig spekuliert. Zuletzt etwa wurden rund 1,60 Euro bezahlt. Das sind völlig unrealistische Preise. Kleinanleger, die glauben, bei diesem Spiel mitmischen zu müssen, werden wohl mit hoher Wahrscheinlichkeit ziemlich draufzahlen.

Das ist nicht notwendig, denn die Börse bietet derzeit genug schöne Gelegenheiten mit wesentlich weniger Risiko. Wer beispielsweise die am 15. März abgegebene erste Aktienempfehlung der „Presse am Sonntag“ (so viel Eigen-PR muss sein), die an der Nasdaq notierte Stec(ISIN US7847741011), ernst genommen hat, konnte bisher (Zuwachssteuer-Erfinder bitte weghören) annähernd 44 Prozent Vermögenszuwachs einbuchen (siehe Chart). Seit dem Beginn der Bärenmarktrallye Anfang März hat sich der Kurs des Papiers mehr als verdoppelt. Die Aktie ist damit fast dreimal so stark gestiegen wie der Vergleichsindex.

Das Unternehmen hat eine hervorragende Bilanz für das erste Quartal veröffentlicht. Mit ein Grund für den starken Anstieg war aber auch eine Art „Short Squeeze“: Auf den für New Yorker Verhältnisse relativ marktengen Wert hatte sich eine Reihe von „Shorties“ (Spekulanten, die mit Leerverkäufen auf Kursverluste setzen) draufgesetzt. Als der Kurs in die für sie falsche Richtung ging, mussten sie sich mit der Aktie eindecken, was den Höhenflug stark beschleunigte.

Was soll man mit dem Wert nun tun? Das Chartbild schaut weiter ebenso schön aus wie die wirtschaftlichen Aussichten des Herstellers von Computerspeichern (Solid State Disks). Die jüngste Rallye hat den Kurs allerdings in Regionen gebracht, in denen die Luft schon sehr dünn ist. Derzeit liegt er jedenfalls schon recht deutlich über den Kurszielen der Analysten für 2009.

Man kann die Aktie zwar ruhig „weiterlaufen“ lassen, sollte allerdings ein bisschen genauer hinschauen – und beim Vorliegen von technischen Ausstiegssignalen vorläufig Gewinne einsacken. Von Gewinnmitnahmen ist noch keiner arm geworden – und es wäre wirklich schade, wenn der unvermeidliche Rücksetzer einen Teil dieser Gewinne wieder auffressen würde.

Ähnliches gilt für die Aktie von Apple (empfohlen am 31. März, ISIN US0378331005), die derzeit freilich in einem klassisch schönen geradlinigen Trendkanal nach oben geht – und damit von einem Ausstiegsszenario trotz kleinerer Schwächen in den vergangenen Tagen noch weit entfernt ist.

Wer Fernostaktien hat, sollte jetzt allerdings ernsthaft überlegen, seine Schäfchen ins Trockene zu bringen. Vor allem in China (wo österreichische Privatanleger via Hongkong mitnaschen können) hat sich bereits eine richtige kleine Kursblase gebildet, die demnächst platzen könnte. Da ist es jetzt für einen Einstieg zu spät.

Wer derzeit das Aktienrisiko scheut, mit den Sparbuchzinsen aber nicht zufrieden ist, könnte sich kurz laufende Unternehmensanleihen überlegen. BMW Finance beispielsweise hat soeben Medium Term Notes(Laufzeit bis 29. 10. 2009, Kupon 4,625 Prozent, ISIN XS0425657920) auf den Markt gebracht, die beim derzeitigen Kurs von 101,27 immerhin mit 3,73 Prozent rentieren. Allerdings: Wer das als Sparbuchersatz nimmt, sollte mindestens den Gegenwert eines X3- oder 5er-Basismodells aus dem Hause BMW auf der hohen Kante haben. Die Stückelung beträgt nämlich 50.000 Euro.

josef.urschitz@diepresse.com diepresse.com/money

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.05.2009)

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