Am 17. Juli 2014 stürzt Boeing über der Ostukraine ab. 298 Menschen sterben. Ein Jahr danach haben die Ermittler erste Spuren.
Ein Jahr nach dem Abschuss von Passagierflug MH17 über der Ostukraine ist die Schuldfrage noch ungeklärt. Die Untersuchungen weisen jedoch darauf hin, dass die Boeing 777 der Malaysia Airlines auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur am 17. Juli 2014 mit einer Bodenluftrakete des Typs Buk abgeschossen wurde. Alle 298 Menschen an Bord wurden getötet.
196 kamen aus den Niederlanden, zwei von ihnen konnten noch nicht identifiziert werden. Zum Jahrestag der Katastrophe werden die Niederlande der Opfer gedenken. Das Land leitet auch die strafrechtlichen Ermittlungen und die Untersuchung nach der Ursache des Absturzes. Die Opfer kamen aus zehn Ländern.
Der Krieg in der Ostukraine hatte am 17. Juli 2014 einen neuen traurigen Tiefpunkt erreicht, eine ungeahnte Katastrophe, deren politische und militärische Folgen zunächst gar nicht absehbar waren. Flug MH17 der Malaysia Airlines stürzte an der Grenze zu Russland mit 298 Menschen an Bord ab. APA/EPA/FRED NEELEMAN
Noch in der Nacht erklärte US-Vizepräsident Joe Biden, das Flugzeug sei abgeschossen worden. Malaysia Airlines gab zunächst nur an, den Kontakt zu dem Flugzeug im Osten der Ukraine verloren zu haben. REUTERS
An der Absturzstelle spielten sich Szenen des Grauens ab: Helfer berichteten, dass im Umkreis von 15 Kilometern Trümmer und Leichenteile zu sehen seien. Die Arbeiten würden aber dadurch erschwert, dass sich nach wie vor bewaffnete Separatisten in dem Gebiet aufhielten. REUTERS
Nach dem Absturz begann sofort der Propagandakrieg. Die ukrainischen Behörden (im Bild Präsident Petro Poroschenko) behaupteten zunächst, das Flugzeug sei über Tores vom Himmel gefallen. Dieses Territorium wird von Separatisten kontrolliert. Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow sprach bald von einem Abschuss: Eine Luftabwehrrakete sei von prorussischen Separatisten abgefeuert worden. imago/ITAR-TASS
Allerdings ist umstritten, ob die Rebellen tatsächlich zum fraglichen Zeitpunkt die mobile Rakete lanciert hatten. Westliche Staaten und auch die Ukraine hatten Russland für den Abschuss mitverantwortlich gemacht. Moskau und die Rebellen hatten dagegen die Ukraine als Schuldigen angewiesen. REUTERS
Eines steht schließlich fest. Die Boeing der Malaysia Airlines ist tatsächlich von einer bodengestützten Luftabwehrrakete des Typs Buk abgeschossen worden. Das geht aus dem abschließenden Untersuchungsbericht hervor. Wer allerdings die Schuld daran trägt, ist weiter offen. imago/ITAR-TASS
Die meisten Opfer kamen aus den Niederlanden (193) und aus Malaysia (43). Viele Menschen an Bord der Maschine wollten zum Welt-Aids-Kongress in Melbourne. APA/EPA/MOHAMMAD ALI
Die Sucharbeiten mussten wegen der Kämpfe im Absturzgebiet immer wieder mehrere Wochen unterbrochen werden. Der Zugang zu den Trümmern war nur ungenügend gesichert. Journalisten stöberten in Privatsachen, die Sicherung von Beweisen war nur bedingt möglich. Auch ein Jahr nach dem Absturz war der Unglücksort noch nicht gänzlich frei von Trümmern. imago/ITAR-TASS
Die Experten hatten bereits in einem ersten Zwischenbericht im September technisches und menschliches Versagen sowie einen terroristischen Anschlag als Ursache ausgeschlossen. REUTERS
Die Geschichte einer Tragödie
"Kommen stichhaltigen Beweisen näher"
Die Ermittler machen nach eigenen Angaben große Fortschritte. "Wir kommen stichhaltigen und überzeugenden Beweisen immer näher", sagte Oberstaatsanwalt Fred Westerbeke in Rotterdam. Im Visier sei eine "Gruppe von Tätern". Bisher gelten abgehörte Gespräche pro-russischer Rebellen über den Einsatz einer Buk-Rakete als wichtigste Hinweise.
Der US-Sender CNN wird da schon deutlicher. In der Nacht auf Donnerstag hieß es in einem Bericht, dass die Ermittler triftige Gründe hätten, die Schuld an dem Absturz den pro-russischen Rebellen zu geben. Details dazu nannte aber auch der Sender nicht.
Allerdings ist umstritten, ob die Rebellen tatsächlich zum fraglichen Zeitpunkt die mobile Rakete lanciert hatten. Westliche Staaten und auch die Ukraine hatten Russland für den Abschuss mitverantwortlich gemacht. Moskau und die Rebellen hatten dagegen die Ukraine als Schuldigen angewiesen.
Entscheidende Antworten werden von der technischen Untersuchung erwartet. Der niederländische Sicherheitsrat will seinen Abschlussbericht im Oktober veröffentlichen.
Vielzahl von Objekten
Die Experten hatten bereits in einem ersten Zwischenbericht im September technisches und menschliches Versagen sowie einen terroristischen Anschlag als Ursache ausgeschlossen. Die Maschine war demnach von einer großen Zahl von Objekten "mit großer Wucht" von außen durchbohrt worden und noch in der Luft auseinandergebrochen.
Angehörige der Opfer aus den Niederlanden und anderen Staaten werden am 17. Juli zu einer Gedenkfeier zusammenkommen. Daran soll auch Ministerpräsident Mark Rutte teilnehmen. Bei der nicht-öffentlichen Veranstaltung sollen die Namen aller Opfer verlesen werden.
Eine Bodenstewardess erinnert sich an die Menschen, die sie auf Flug MH17 eingecheckt hat. Ein Polizist an die Angehörigen, eine Forensikerin an die Leichen.
Vor einem Jahr starben 298 Menschen, als eine Boeing abgeschossen wurde. Der Verdacht richtet sich gegen Separatisten. Noch immer liegt kein Untersuchungsbericht vor.
Vor einem Jahr starben 298 Menschen, als eine Boeing abgeschossen wurde. Der Verdacht richtet sich gegen Separatisten. Noch immer liegt kein Untersuchungsbericht vor.
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