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USA: Attentäter erschoss vier US-Soldaten

USA: Attentäter erschoss vier US-Soldaten
FBI-Agenzen am TatortREUTERS
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Ein gebürtiger Kuwaiter griff in Tennessee zwei Militäreinrichtungen an. Das FBI behandelt die Tat als Terrorakt. Einen solchen konnten Frankreichs Behörden verhindern.

Washington/Paris. Der Angriff eines gebürtigen Kuwaiters auf zwei Rekrutierungsbüros der amerikanischen Streitkräfte im US-Teilstaat Tennessee endete am Donnerstag mit fünf Toten und drei Verletzten.
Der 24-jährige Muhammad Youssef Abdulazeez sei in einem weißen Ford-Mustang-Cabrio zunächst vor einem Büro der Nationalgarde nahe der Stadt Chattanooga und danach vor einem solchen der US-Marine vorgefahren und habe zu schießen begonnen. Vier Soldaten erlagen ihren Verletzungen, drei weitere Personen, darunter ein Polizist, wurden verletzt, ehe der Schütze von den Sicherheitskräften erschossen wurde.
Das FBI rückte mit Hunderten Beamten an, die Staatsanwaltschaft wertet den Angriff als Akt heimischen Terrorismus. Ein namentlich nicht genannter FBI-Beamter erklärte jedoch gegenüber der „Washington Post“, es gebe derzeit keine Belege für eine Verbindung des Täters zu einer internationalen islamistischen Terrororganisation.

Erinnerung an das Jahr 2009

Abdulazeez sei im Kuwait geboren und habe die US-Staatsbürgerschaft erhalten, erklärten die Behörden. Er habe zuletzt in unmittelbarer Nähe der beiden Anschlagsorte gelebt, allerdings nicht dort gearbeitet. Das FBI durchsuchte am späten Donnerstagnachmittag sein Haus, um Aufschlüsse über das Motiv zu finden.
Der frühere FBI-Agent Ali Soufan gab per Kurznachrichtendienst Twitter zu bedenken, dass der islamische Fastenmonat Ramadan am Donnerstag zu Ende gegangen sei und die Terrorarmee des Islamischen Staates ihre Anhänger weltweit dazu aufgerufen hatte, an diesem Tag Anschläge auszuüben. „Interessantes Timing“, schrieb Soufan, der an der Jagd auf den Al-Qaida-Gründer Osama bin Laden beteiligt gewesen war. „Fast zeitgleich sprengte sich ein saudischer Selbstmordattentäter in Riad in die Luft, nachdem er seinen Onkel, einen Oberst, getötet hatte.“
Zudem wurden Erinnerungen an 2009 war. Damals brachten radikalisierte Moslems auf zwei US-Militärstützpunkten in Fort Hood, Texas, und in Little Rock, Arksansas, in Summe 14 Angehörige der Streitkräfte um. Beide damaligen Attentäter, der als Carlos Leon Bledsoe geborene Konvertit Abdulhakim Mujahid Muhammad, der in Little Rock einen Soldaten ermordete, sowie der Militärarzt Nidal Hassan Malik, der in Fort Hood 13 Kameraden tötete und 32 verletzte, sitzen lebenslang in Haft.

Frankreich: Anschlag vereitelt

Ebenfalls am Donnerstag gab Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve bekannt, dass die Sicherheitskräfte einen Terroranschlag auf ein Ausbildungslager der französischen Marine vereitelt habe. Die vier zu Beginn der Woche verhafteten jungen Männer hätten dabei die Enthauptung eines Offiziers filmen wollen. Der mit 16 Jahren jüngste Verdächtige ist inzwischen auf freiem Fuß.
Die mutmaßlichen Terroristen wollten das Ausbildungszentrum Fort Béar nahe des südfranzösischen Perpignan angreifen, wo die Marine ihre Spezialeinheiten trainiert. Einer der vier Festgenommenen ist ein ehemaliges Mitglied der Marine, er wurde wegen seines Verhaltens aus dem Dienst entlassen. Beim Offizier, den die Attentäter laut ihren sehr präzisen Plänen vor laufender Kamera enthaupten wollten, handelt es sich angeblich um einen hochrangigen ehemaligen Vorgesetzten dieses Exsoldaten. Dieses makabre Szenario erinnert an den Präzedenzfall Ende Juni, als in Saint-Quentin-Fallavier nahe der Stadt Lyon ein Einzeltäter zuerst seinen Arbeitgeber ermordet und enthauptet hatte und danach versuchte, eine Explosion in einer Chemiefabrik auszulösen.

Die Bedrohung durch islamistische Terroristen scheint seit den Attentaten auf die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ und das Geschäft Hyper Casher im Jänner unverändert groß zu sein. Präsident François Hollande hat am Nationalfeiertag des Quatorze Juillet angekündigt, dass bis mindestens Ende des Jahres 30.000 Polizisten, Gendarmen und Soldaten zur Prävention und zum Schutz besonders gefährdeter Objekte eingesetzt bleiben. Premier Manuel Valls erwähnte fünf Attentatspläne, die zuletzt vereitelt werden konnten. Besonders beunruhigend ist jedoch in diesem Zusammenhang, dass Unbekannte Anfang Juli in einem Munitionsdepot der Armee zehn Sprengstoffpakete, 150 Zündkapseln und 40 Handgranaten entwendet haben.