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Boko Haram verübt blutige Angriffswelle

(c) APA/EPA/STR (STR)
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Mehrere Attentate in Nigeria und Kamerun mit 60 Toten.

Jaunde. In Nigeria und Kamerun sind bei Angriffen vermutlich von der Islamistengruppe Boko Haram fast 60 Menschen getötet worden. Im Nordosten Nigerias überfielen mutmaßliche Boko-Haram-Kämpfer mehrere Dörfer und töteten mindestens 25 Menschen. Eine Frau sprengte sich in Damaturu, der Hauptstadt des nigerianischen Teilstaates Yobe, in die Luft und riss 14 Menschen mit in den Tod. Im Norden Kameruns kamen am Wochenende bei einem Selbstmordanschlag auf eine beliebte Bar in Maroua mindestens 20Menschen ums Leben.

In Nigeria waren die Angreifer auf Motorrädern unterwegs. Sie drangen am helllichten Tag in mehrere Dörfer ein, eröffneten das Feuer auf die Dorfbewohner und brannten mehrere Häuser nieder. In der Ortschaft Maikadiri im Süden des Teilstaats Borno erschossen die Angreifer 21 Menschen, wie Überlebende berichteten. Im Ort Yaffa wurden den Behörden zufolge vier Einwohner getötet. Das nigerianische Militär hat eigenen Angaben zufolge im Mai mehrere Boko-Haram-Lager in der Region zerstört. Laut Gouverneuren aus dem Nordosten Nigerias steht das Gebiet aber nach wie vor unter Kontrolle der islamistischen Terrorgruppe.

 

Zwölfjährige Attentäterin

Die Extremisten setzten zugleich offenbar ihre Angriffe im Norden Kameruns fort. In der Regionalhauptstadt Maroua sprengte sich am Samstagabend ein zwölfjähriges Mädchen in einer Bar in die Luft und riss mindestens 20 Menschen mit in den Tod, wie das staatliche Fernsehen berichtete. 79 weitere Menschen wurden verletzt. Zu dem Anschlag hat sich zunächst niemand bekannt, doch trägt er die Handschrift der Islamisten von Boko Haram, die regelmäßig Frauen als Selbstmordattentäter einsetzen.

Am vergangenen Mittwoch war Maroua bereits von einem doppelten Selbstmordanschlag mit einem Dutzend Toten erschüttert worden. (ag./red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.07.2015)