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Unfall: Kira Grünberg erinnert sich

(c) GEPA pictures/ Florian Ertl
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Bei Trainingssprung stellte sich Stab nicht ganz auf, Kira Grünberg fiel flach mit dem Hals auf Kasten.

Innsbruck. Die nach einem Trainingsunfall querschnittsgelähmte Stabhochspringerin Kira Grünberg kann sich an den Unfallhergang genau erinnern, und laut Manager Thomas Herzog ist es der 21-jährigen Tirolerin ein großes Anliegen, dass dieser richtig dargestellt wird. Demnach landete sie nicht kopfüber im Einstichkasten, sondern korrekt in flacher Position, allerdings nicht auf der Matte, sondern mit dem Hals auf dem Kasten.

„Kira war die ganze Zeit nach dem Sprung bei vollem Bewusstsein, also auch während der Ambulanzfahrt bis hin zu den Untersuchungen vor der Operation. Sie kann sich auch an den Sprung selbst genau erinnern“, sagte Herzog. Es sei am vergangenen Donnerstag in Innsbruck einer der ersten Trainingssprünge einer Serie nach dem Aufwärmen gewesen, sie sei mit acht Schritten angelaufen und plangemäß in den Stab hineingesprungen. Danach verlief ihr Bewegungsablauf völlig normal: mit den Beinen senkrecht nach oben rollen, mit den Armen leichte Rotation um den Körper machen, mit Beinen zuerst über die Latte kommen, in horizontaler Position flach auf dem Rücken auf der Matte landen, die Beine zeigen dabei in Richtung Anlauf.

Fatalerweise entwickelte der Sprung jedoch zu wenig Tiefe, der Stab stellte sich nicht im 90-, sondern nur im 75-Grad-Winkel auf. „Kira landete nicht mittig auf der Matte, sondern eineinhalb Meter davor. Sie ist mit dem fünften Halswirbel auf dem hinteren Ende des Kastens aufgeprallt“, erläuterte Herzog. „Sie hat die Bewegung richtig durchgezogen, aber die Tiefe nicht bekommen, um auf der Matte zu landen. Als sie oben war, hat sie registriert, dass es sich nicht mehr ausgeht, aber nichts mehr machen können.“

Die vom Hals abwärts gelähmte Grünberg befindet sich nach wie vor auf der traumatologischen Intensivstation in der Universitätsklinik Innsbruck, weil dort die medizinische Betreuung perfekt auf sie abgestimmt ist.

Aus dem enormen Zuspruch und der großen Anteilnahme aus aller Welt schöpfe die 21-Jährige viel Kraft, sagte Herzog: „Auch Weltrekordler Renaud Lavillenie hat sich gemeldet und seine Hilfe angeboten.“ (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.08.2015)