Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Österreichische Aidshilfen müssen sparen

Themenbild
ThemenbildReuters
  • Drucken

In Österreich sind von HIV/Aids ca. 8000 Menschen betroffen, bei etwa 50 Prozent der positiven HIV-Tests handelt es sich um Spätdiagnosen.

Den Aidshilfen in Vorarlberg, Salzburg und Kärnten werden im kommenden Jahr die Förderungen durch den Bund in der bisherigen Form gestrichen. Das ist durch Sparmaßnahmen bedingt. Aktivitäten der Länderorganisationen sollen stärker vernetzt werden. In Österreich sind von HIV/Aids direkt rund 8000 Menschen betroffen, etwa 4000 bekommen eine antiretrovirale Therapie.

Die mittlerweile hoch wirksamen Arzneimittel-Kombinationen gegen HIV/Aids haben der Immunschwächekrankheit ein Teil des Schreckens genommen, der Verlauf ähnelt anderen chronischen Erkrankungen. Die Aidshilfen waren in den vergangenen fast 30 Jahren wichtige Stellen für die Prävention, für niederschwellige Test-Angebote und für die Betreuung Betroffener. Sie sind das bis zum heutigen Tag geblieben.

Im Jahr 2014 sind in Österreich 403 HIV-Infektionen neu diagnostiziert worden. Das waren deutlich weniger als in den vorangegangenen Jahren. Der Rückgang betraf vor allem Wien und die Steiermark. 2013 waren in Österreich 481 Neudiagnosen einer HIV-Infektion gestellt worden, im Jahr 2012 waren es 523 gewesen. Bei der Interpretation der Entwicklung muss man aber vorsichtig sein, weil die Neudiagnosen nicht notwendigerweise die HIV-Neuinfektionen im jeweiligen Jahr widerspiegelt.

50 Prozent sind Spätdiagnosen 

In Österreich ist zusätzlich immer wieder darauf hingewiesen worden, dass ein großer Teil der Neudiagnosen von HIV-Infektionen erst sehr spät erfolgt. Bei etwa 50 Prozent der positiven HIV-Tests handelt es sich um Spätdiagnosen. Die Zahl der CD4-positiven Zellen liegt dann bei unter 350 pro Kubikmillimeter Blut (etwa die Hälfte bis ein Drittel der Normwerte; Anm.). Bei rund 20 Prozent der Betroffenen ist das Immunsystem bei der Diagnosestellung mit weniger als 200 CD4-positiven Zellen schon sehr geschwächt.

Laut der sogenannten österreichischen Kohortenstudie zu HIV/Aids dürften derzeit in Österreich rund 8000 Menschen mit HIV/Aids leben. Mit einer Schätzung von 25 Prozent Unterdiagnosen kamen die Verfasser in ihrem 27. Bericht Ende März 2015 auf eine Zahl von 8148 Betroffenen. Die Zahl der HIV-Positiven unter antiretroviraler Therapie beträgt laut den Experten etwas mehr als 4000. Diese Zahl steigt langsam an, weil es sich mittlerweile bei HIV/Aids eigentlich um eine chronische und langfristig behandelbare Erkrankung handelt. Bisher gab es etwas mehr als 2.000 Todesopfer durch Aids in Österreich.

(APA)