Heereshilfe bei der Asylbetreuung ist sinnvoll.
Lang werden Militärs und Beamte des Innenministeriums da hoffentlich nicht beraten müssen. Das Bundesheer soll Hilfe bei der Flüchtlingsbetreuung leisten, etwa Essen ausgeben. Das Abkommandieren zum Pistentreten in Kitzbühel hat schon bisher funktioniert. Bei Einsätzen bei Hochwasser und nach Muren haben sich die Jungsoldaten ebenfalls seit Jahren bewährt.
Bei der Asylhilfe würde es sich um eine Win-win-Situation handeln. Einerseits verlassen junge Männer das Heer mit dem Gefühl, nicht nur die Grundausbildung absolviert und in einer Kaserne die Zeit totgeschlagen zu haben. Sie würden einen wertvollen Dienst für die Gesellschaft leisten. Andererseits wird die Polizei für ihre Hauptaufgabe entlastet. Diese lautet, für die Sicherheit der Österreicher zu sorgen.
Auch wenn sich Verteidigungsminister Klug die von der Koalition versprochene Attraktivierung des Präsenzdienstes anders vorgestellt hat: Der Asyleinsatz wäre ein sinnvoller Beitrag dazu. Da wollen wir darüber hinwegsehen, dass es dazu zweieinhalb Jahre seit der Volksbefragung zur Wehrpflicht und eine Flüchtlingskrise gebraucht hat.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.08.2015)