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Niederlande: War Amokfahrer von Appeldoorn ein Neonazi?

(c) AP (Markus J. Strunk)
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Tätowierungen und Notizen sollen ihn als Fan der Waffen-SS ausweisen. Der 38-Jährige starb am Tag nach der Tat an seinen schweren Kopfverletzungen.

DEN HAAG (htz). Karst Tates, jener Amokfahrer, der am niederländischen Nationalfeiertag am 30.April in Apeldoorn mit seinem Wagen einen Anschlag auf Königin Beatrix verübt hatte, war möglicherweise ein Neonazi: Das glauben jedenfalls die Sonderermittler der Polizei. Er soll nämlich einschlägige Tattoos am Körper gehabt haben.

Der 38-Jährige starb am Tag nach der Tat an seinen schweren Kopfverletzungen. Er war mit dem Auto in die Menge gerast, wobei sieben Menschen starben, hatte aber den Bus der Königsfamilie verfehlt. Am Ende knallte er gegen eine Statue.

Der holländische Tattoo-Experte Henk Schiffmacher wurde konsultiert, um den Sinn der Tätowierungen zu ermitteln. Laut der Zeitung „De Telegraaf“ kam er zum Schluss, dass der Attentäter Neonazi und Fan der Waffen-SS gewesen sei. Zudem habe man in seiner Hosentasche einen Zettel mit Notizen gefunden, die in dieselbe Richtung wiesen.

 

Jobverlust als wahres Motiv?

Der Leichnam von Karst Tates wurde inzwischen im engsten Familienkreis beerdigt. Über sein wahres Motiv herrscht auch nach Befragung seiner Eltern weiter Rätselraten. Er hatte jedoch vor der Tat seinen Job verloren.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.05.2009)