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China: Zentralbank schickt Yuan erneut auf Talfahrt

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Der Yuan fiel am Mittwoch auf ein Vierjahrestief, nachdem die chinesische Notenbank die Währung noch einmal drastisch abgewertet hatte. Es ist unklar, ob weitere Abwertungen folgen.

Chinas Zentralbank hat den Yuan (Renminbi) mit einem erneuten Eingreifen auf Talfahrt geschickt. Die Bank setzte Mittwochfrüh den Referenzkurs auf 6,3306 Yuan pro Dollar fest - ein Abschlag für die chinesische Währung von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vortag. Bereits am Dienstag hatte die Bank den Referenzkurs um 1,9 Prozent gesenkt, und damit den Yuan im Verhältnis zum US-Dollar auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren geschickt.

Händlern zufolge hat die Zentralbank in den Devisenmarkt eingegriffen. In ihrem Auftrag verkauften staatseigene Banken Dollar, sagten mehrere Devisenhändler am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Ziel sei offenbar, den Kurs der Landeswährung Yuan bei 6,43 zum US-Dollar zu halten. Die Zentralbank wollte sich auf Nachfrage nicht dazu äußern.

Unklarheit herrscht nun darüber, ob noch weitere Abwertungsschritte folgen. Die Zentralbank schrieb zwar am Mittwoch in einer Stellungnahme: "Momentan gibt es keinen Basis dafür, die Abwertung des Wechselkurses fortzusetzen". Allerdings hatten die Geldwächter schon bei der Intervention am Vortrag betont, dass es sich um eine "einmalige Maßnahme" handelte. Analysten glauben, dass der schwächere Yuan der Exportindustrie des Landes helfen wird. Die Ausfuhren Chinas waren im Juli um 8,3 Prozent im Vergleich zum Juli des Vorjahres eingebrochen.

Lob vom Internationalen Währungsfond

Lob für China gab es mittlerweile vom Internationalen Währungsfonds (IWF). Der IWF sieht die neue Methode der chinesischen Zentralbank zur Bestimmung des täglichen Referenzkurses der Landeswährung Yuan positiv. Die Marktkräfte dürften künftig eine größere Rolle bei der Festlegung des Wechselkurses haben, teilte der IWF am Mittwoch mit. Dies sei ein "willkommener Schritt" in Richtung einer größeren Flexibilität. Der Fonds gehe davon aus, dass China in zwei bis drei Jahren ein frei schwankendes Wechselkurssystem haben könnte.

Im Kampf gegen die schwächelnde Wirtschaft hatte China am Dienstag weitere Register gezogen. Die Notenbank wertete den Yuan nach einer Reihe schwacher Konjunkturdaten um zwei Prozent ab. Damit sollen chinesische Waren auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger und die heimische Wirtschaft angekurbelt werden. Am Mittwoch erlaubte die chinesische Zentralbank, dass der Yuan den zweiten Tag in Folge fällt.

Verunsicherung an den Aktienmärkten

Der Yuan ist keine frei schwankende Währung wie etwa der Euro. Vielmehr ist er an den Kurs des Dollar gebunden: Die Zentralbank bestimmt arbeitstäglich einen Referenzkurs, um den der Yuan um maximal zwei Prozent schwanken darf. Am Dienstag legte sie ihn auf 6,2298 Yuan je Dollar fest, nach 6,1162 Dollar am Montag - die bisher größte Anpassung binnen eines Tages.

Zweifel an der wirtschaftlichen Stärke Chinas dürften an den europäischen Aktienmärkten heute erneut für Verunsicherung sorgen. Börsianer rechneten am Mittwoch mit einer schwächeren Eröffnung. Schon am Dienstag hatte der deutsche Leitindex Dax wegen der überraschenden Abwertung des Yuan um 2,7 Prozent im Minus geschlossen.

An der Wall Street hatten die Sorgen vor einem Währungskrieg die Indizes ins Minus gedrückt. Der Dow-Jones-Index fiel um 1,2 Prozent, der S&P 500 gab ein Prozent nach und der Nasdaq-Composite 1,3 Prozent.

(APA/Reuters)