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Fall Luca: "Menschen die sowas tun, sind krank"

Die Akte Luca
(c) (Clemens Fabry)
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Im Prozess gegen die Mutter des kleinen Luca wurde sein mutmaßlicher Peiniger einvernommen. Fritz D. gab an, erst in U-Haft vom Verdacht des sexuellen Missbrauchs erfahren zu haben: "Menschen, die sowas tun, sind krank."

Im Prozess gegen die Mutter des zu Tode misshandelten Kleinkindes Luca und eine Sozialarbeiterin hat am Nachmittag des dritten Verhandlungstages die mit Spannung erwartete Einvernahme des Ex-Lebensgefährten der Tirolerin stattgefunden.

Fritz D. war im vergangenen Jahr wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen mit Todesfolge nicht rechtskräftig zu lebenslanger Haft und zur Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Straftäter verurteilt worden.

Fritz D. bestritt emotionslos die Tat

Der Mann wurde am Montag gleich von sechs Justizwachebeamten in den Gerichtssaal begleitet. Die 24-jährige Angeklagte hatte zuvor den Gerichtssaal verlassen. Der Niederösterreicher sagte ruhig und emotionslos aus und bestritt neuerlich die Tat. Weder den linken Unterarmbruch von Luca noch die blauen Flecken und die Serienrippenbrüche könne er sich erklären. Er habe damit nichts zu tun. "Zwei- bis dreimal habe ich sie (die Kindesmutter, Anm.) aufgefordert, mit Luca zum Arzt zu gehen", sagte der 25-Jährige. Diese habe gemeint, dass das Kind eine Blutgerinnungsstörung habe und sich das "bald klären werde".

Zudem habe seine ehemalige Lebensgefährtin gesagt, "wenn der Luca einmal weg ist, wolle sie sofort ein neues Baby". Deuten habe er die Aussage nicht können. Auf die Frage des Richters, ob er den Buben sexuell missbraucht habe, sagte der Verurteilte "nein". Er sei mit den zwei Kindern kaum allein gewesen.

"Menschen, die sowas tun sind krank"

"Ich wollte sie (Angeklagte, Anm.) entlasten", führte der Niederösterreicher aus. Deshalb habe er angegeben, dass Luca ihm runtergefallen sei. Er habe seine ehemalige Lebensgefährtin "in Schutz nehmen wollen", ihm "habe sowieso von Anfang an niemand geglaubt". Er sei auch in der Vergangenheit mit zwei Frauen mit Kindern zusammen gewesen und es habe keine Vorfälle gegeben, erklärte der 25-Jährige.

Erst während seiner Untersuchungshaft habe er erstmals über den Verdacht des sexuellen Missbrauchs erfahren. Menschen, die so was tun, "seien krank und gehörten bis zum Tag ihres Todes weggesperrt", meinte er auf die Frage des Richters. Mit gesenktem Kopf verfolgte der Vater von Luca die Einvernahme des Verurteilten.

Lebenslange Freiheitsstrafe für Fritz D.

Im vergangenen September war der damals 24-jährige ehemalige Lebensgefährte der Kindesmutter - nicht rechtskräftig - zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe und Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher verurteilt worden. Nach einem zweitägigen Prozess hatten die Geschworenen am Landesgericht Korneuburg den Mann einstimmig des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen mit Todesfolge für schuldig befunden. Der Niederösterreicher legte Nichtigkeit und Berufung ein.

Den Auftakt bildete am Montag die Einvernahme der Leiterin der Jugendwohlfahrt. Sie wies die Vorwürfe gegen die angeklagte ehemalige Mitarbeiterin zurück. Sie verwies auf die Rolle der Mediziner und Kinderschutzgruppen. Hätte die Befundung bei Lucas Verletzungen auf einen Verdacht der schweren Kindesmisshandlung hingewiesen, hätte man das Kind aus der Familie genommen, meinte sie. Die Jugendwohlfahrtsträger seien nicht anzeigepflichtig. Sie seien dazu da, Familien zu erhalten und zu unterstützen.

Auch Sozialarbeiterin steht vor Gericht

Sowohl die 24-jährige Kindesmutter, eine Tirolerin, als auch eine frühere Sozialarbeiterin müssen sich wegen Vernachlässigung der Verpflichtung zur Fürsorge des Kindes verantworten. Bei einer Verurteilung drohen ihnen bis zu drei Jahre Haft. Der Prozess ist für Montag von 9.00 bis 18.00 Uhr anberaumt.

(APA)