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Ein Drittel weniger Güter auf Europas Schienen

Gueterzuege
(c) AP (Christof Stache)

Im ersten Quartal 2009 wurden um 36 Prozent weniger Güter auf den Schienen Europas transportiert als im Vorjahr. Vor allem langfristig geplante Güterzüge sind deutlich weniger gefragt. Grund sind auch die billigen Spritpreise.

Europaweit verzeichnete der Schienengüterverkehr im ersten Quartal ein Minus von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das geht aus dem "Rail Freight Survey" der Strategieberatung "strategy&" hervor, für den europaweit 250 Industrie- und Logistikunternehmen befragt wurden. Für das heurige Jahr rechnen 60 Prozent der Verantwortlichen mit einem deutlichen Nachfrage-Minus. Fast ein Drittel geht von einem Rückgang von mehr als zehn Prozent aus.

Spontane Buchungen laufen noch

Der Rückgang sei aber nicht in allen Bereichen gleich stark. Das Volumenminus und der daraus resultierende Preisdruck schlage sich vor allem im kombinierten Verkehr sowie bei langfristig geplanten Ganzzügen nieder. Weniger stark betroffen seien der Wagenladungsverkehr und kurzfristig georderte Ganzzüge.

Kapazitätsengpass nach der Krise

Trotz des Konjunktureinbruchs sei die Hälfte der Kunden besorgt, dass die Schienen-Kapazitäten für die Zeit nach der Krise nicht ausreichen könnten. Tritt dieses Szenario tatsächlich ein, so sagen laut Studie 75 Prozent der Logistikmanager, dass es in der Aufschwung-Phase zu einer Verlagerung der Volumina hin zu anderen Verkehrsträgern - vor allem Straße - kommen wird.

Vom Konjunktureinbruch ist laut Studie aber nicht nur der Schienengüterverkehr betroffen. Beim Straßentransport (-14 Prozent) und in der Luftfracht (-23 Prozent) hinterließ die Krise ebenfalls Spuren.

 

(Ag./Red.)