Der Trick mit der Trendlinie

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Wie langfristig orientierte Anleger Kauf- und Verkaufssignale ermitteln.

Ein sehr einfaches technisches Instrument für Anleger ist die so genannte 200 Tage Linie, die ermittelt wird, indem jeden Tag der Durchschnitt der jeweils 200 letzten Tage errechnet wird. An ihr lässt sich der herrschende langfristige Trend ablesen - und sie eignet sich besonders gut für langfristige Anleger.

Die einfachste Interpretation ist die, dass ein Kaufsignal vorliegt, wenn der Kurs die 200 Tage Linie von unten nach oben durchschneidet. Und ein Verkaufssignal, wenn der Kurs von oben durch die Line bricht.

Diese Interpretation ist aber in den meisten Fällen zu simpel für nachhaltigen Anlageerfolg. Gewitztere "Techniker" sehen ein Kaufsignal erst dann, wenn der Kurs über der bereits nach oben zeigenden Trendlinie zu liegen kommt.

Nur dann liegt ein nachhaltiger Aufwärtstrend vor. Und ein Verkaufssignal wird erst generiert, wenn der Kurs durch eine bereits nach unten zeigende Trendlinie fällt.

Am unten stehenden Beispiel, dem Nasdaq 100 Index (der als erster großer Index jetzt wieder über die 200 Tage Linie gekommen ist) sieht man die Funktionsweise sehr schön:

Langfristig orientierte Anleger wären bei Befolgung des Signals im August 2008 komplett ausgestiegen - und hätten sich so viele Verluste erspart. Allerdings: selbst nach der wochenlangen Rally zeigt dieser Indikator noch kein wirkliches Kaufsignal, weil der Langfristtrend insgesamt noch nach unten deutet.

Der Indikator ist also ein wenig schwerfällig - und wirklich nur für Langfristentscheidungen geeignet. Wer kurzfristigere Marktbewegungen (wie etwa den derzeitigen Aufschwung) nutzen will, muss zu sensibleren (aber auch riskanteren) Trendfolgeinstrumenten greifen. Alle Anlagewerkzeuge finden Sie gratis auf den Börseseiten von "DiePresse.com". Geben Sie einfach das gewünschte Wertpapier bei der "Suche" ein, klicken Sie in der Ansicht des Wertpapiers auf den Karteireiter "Chart" und wählen sie rechts unten einen "Indikator" aus.


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