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Doping: Spur führt auch nach Italien

BESCHLAGNAHMTE BLUTZENTRIFUGE
(c) APA (Roland Schlager)
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Ein italienischer Radprofi soll noch Ende September 2008 bei Matschiner gedopt haben. Der Anwalt des umstrittenen Managers dementiert.

Die Doping-Affäre rund um den Sportmanager Stefan Matschiner, gegen den die Staatsanwaltschaft Wien wegen Blutdopings und der Weitergabe von illegalen Doping-Präparaten ermittelt, zieht immer weitere Kreise. Ein italienischer Radprofi soll noch Ende September 2008 - und damit fast zwei Monate nach Inkrafttreten des Anti-Doping-Gesetzes - bei Matschiner Blutdoping vorgenommen haben.

Auch der wegen Dopings gesperrte Bernhard Kohl und der Däne Michael Rasmussen, im Moment wegen Verstößen gegen Dopingkontrollrichtlinien suspendiert, sollen zu diesem Zeitpunkt noch die bei Matschiner verfügbare Blutzentrifuge benutzt haben, deren Anschaffung angeblich von ihnen mitfinanziert worden war.

Franz Essl, der Anwalt des Sportmanagers, dementierte diese Vorwürfe, die im Akt der "SoKo Doping" schriftlich Niederschlag gefunden haben: "Mein Mandant hat in seiner Einvernahme vor der SoKo gesagt, dass er nach Inkrafttreten des Anti-Doping-Gesetzes gegen keine Gesetzesbestimmung verstoßen hat." Er rechne daher damit, dass Matschiner von der Anklagebehörde allenfalls nach dem Arzneimittelgesetz und für Zeiträume vor dem August 2008 belangt wird, sagte Essl am Montagnachmittag.

Matschiner war am 7. Mai nach mehrwöchiger U-Haft gegen Gelöbnis auf freien Fuß gesetzt worden. Laut seinem Rechtsvertreter ist er darauf Bedacht, die Auflagen der Justiz - etwa einer geregelten Arbeit nachzugehen - einzuhalten. "Er hat laufende vertragliche Verpflichtungen", betonte Essl. Der Sportmanager sei allerdings im Begriff, sich beruflich neu zu orientieren.

(APA)